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„Nein; doch in Folge einer Unterredung, die dieſer würdige Mann mit einem Mönche gehabt, fühlte er ſich ſo geſchwächt, daß man nach dem Abendmahle geſchickt hat, und daß ihn in dieſem Angenblicke der Herr Pfarrer von Meudon mit dem Sterbſacramente verſieht.“
„Ach!“ riefen im Chore die Dorfbewohner, Seufzen und Schluchzen verdoppelnd.
Ludovic war, unter ſeiner Skeptikermaske, mit einer weiblichen Empfindſamkeit begabt; die aufrichtigen Thrä⸗ nen gingen ihm gerade zum Herzen, und zogen unmerk⸗ lich ſeine Thränen an.
„Wie alt iſt denn der Kranke!“ fragte er.
„Kaum fünfzig Jahre, Herr,“ antwortete ein Bauer.
„Ah!“ ſagte ein Anderer,„es iſt wahrlich keine Barmherzigkeit vom guten Gott, daß er ihn uns ſo jung nimmt, während es ſo viele böſe Leute gibt, die er auf der Erde läßt.“
„In der That,“ ſprach Ludovic,„fünfzig Jahre, das iſt kein Alter, um zu ſterben, beſonders, wenn man beklagt wird, wie das bei Herrn Gérard der Fall zu ſein ſcheint.“
Sodann, nachdem er einen Augenblick unſchlüſſig geweſen, fügte er bei:
„Kann man den Kranken ſehen?“
„Sollten Sie zufällig Arzt ſein?“ fragten alle An⸗ weſenden.
„Ja,“ antwortete Ludovie.
„Arzt von Paris?“
Ludoviec lächelte.
„Arzt von Paris.“
„Oh! dann treten Sie geſchwinde ein,“ ſprach ein alter Bauer.
„Der Himmel ſchickt Sie,“ ſagte ein Weib.
Und zu gleicher Zeit umringten ihn die Bauern, die Einen ihn bittend, die Andern ihn fortſchiebend, ſo daß er ſich faſt ins Haus getragen ſah.


