Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Ein Repräſentant der Behörde,“ erwiederte Suſanne „und was habe ich mit der Behörde zu thun?“

„Beruhigen Sie ſich, meine liebe Suſanne,“ ſprach Madame Desmarets;„es handelt ſich um Mina.“

„Nun, was dann?“

Herr Jackal glaubte, es ſei für ihn Zeit, ſich in das Geſprach zu miſchen.

„Was dann, mein Fräulein? dann wünſchen wir einige Auskunft über Mademoiſelle Mina zu erhalten.“

„Ueber Mademoiſelle Mina? Ich vermag Ihnen nur die Auskuft zu geben, die ihnen dieſer Herr geben könnte.“

Und ſie deutete auf Juſtin.

„Das heißt, daß er ſie einmal Abends in einem Kornfelde gefunden, daß er ſie mit ſich nach Hauſe ge⸗ nommen hat, und daß er auf dem Punkte war, ſie zu heirathen, als von Ronen ich weiß nicht was für Nach⸗ richten von einem unbekannten Vater ankamen, welche die Heirath verhinderten.“

Herr Jackal hörte und betrachtete dieſe Creatur, die er zum Voraus als allen ſchlimmen Leidenſchaften des Lebens hingegeben beurtheilte, mit einer Reugierde, welche bei jedem von ihr ausgeſprochenen Worte einen Schritt auf dem Wege der Bewunderung machte.

„Nein, mein Fräulein,“ ſagte er;„nicht hierübér wünſchen wir Details zu erhalten, über etwas Anderes.“

„Iſt es etwas Anderes, ſo befragen Sie Mademvi⸗ ſelle Mina ſelbſt, denn ich habe Ihnen ſoeben Alles ge⸗ ſagt, was ich von ihr weiß.“

Leider, mein Fräulein, können wir Ihren Rath

nicht befolgen, ſo gut er auf den erſten Angenblick zu ſein

ſcheint.“

„Und warum nicht?“ fragte Suſanne. „Weil Mademoiſelle Mina heute Nacht entführt wor⸗ den iſt⸗“

„Ah! wahrhaftig? Arme Mina!“ ſagte Suſanne