Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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kaum aus der Form gebracht!— ſie hat die Briefe ge⸗ leſen und, dieſelben leſend, geweint:— hier iſt ihr Ta⸗ ſchentuch— es iſt zerknittert wie das Taſchentuch einer Perſon, welche weint.“

„Oh! geben Sie, geben Sie!“ rief Juſtin.

Und ohne abzuwarten, daß ihm Herr Jackal das Taſchentuch gab, nahm er es und drückte es an ſeine Lippen.

„Sie hat ſich alſo zu Bette gelegt,“ fuhr Herr Jackal fort,„ſie hat alſo geleſen, ſie hat alſo geweint; da man aber weder immer beten, noch immer weinen kann, ſo fühlte ſie das Bedürfniß, zu ſchlafen, und ſie blies ihr Licht ans hat ſie geſchlafen? hat ſie nicht geſchlafen? das iſt von keiner Bedeutung... Nur ge⸗ ſchah, als das Licht ausgeblaſen war, Folgendes; Man klopfte an die Thüre...“

„Wer, mein, Herr,“ fragte Madame Desmarets.

„Ahl Sie wollen mehr wiſſen, als ich ſelbſt weiß, liebe Madame! Wer? Vielleicht werde ich es Ihnen ſogleich ſagen. Die Frau in jedem Falle.“

„Die Frau?“ murmelte Madame Desmarets.

„Die Fran, die Tochter, die Mutter; unter dem Namen Frau bezeichne ich hier nicht das Individuum, ſondern die Gattung. Die Fran klopfte alſo an die Thüre; Mina ſtand auf und öffnete.“

„Wie ſoll aber Mina geöffnet haben, ohne zu wiſ⸗ ſen, wer klopfte?“ ſagte Madame Desmarets.

„Wer ſagt Ihnen, Sie habe das nicht gewußt?“

„Sie hätte einer Feindin nicht geöffnet“

„Nein; aber einer Freundin... Ah! Madame Desmarets, werde ich ſo glücklich ſein, Sie davon zu unterrichten, daß wir in der Penſion Freundinnen haben, welche furchtbare Feindinnen ſind? Sie öffnete alſo ihrer Freundin, hinter der Freundin kam der junge Mann mit den kleinen Stiefeln und den Sporenz hinter dem Die Mohicaner von Paris. III. 14