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„Und dieſer Brief?“
„Wenn man in Folge einer Berechnung, die ich mir nicht erkläre, wenn man, um einen lichtſcheuen Plan zu vollbringen, Ihnen einen falſchen Brief zugeſchickt hätte, wenn Mina nicht entführt wäre, wenn ſie in ihrem Zim⸗ mer wäre...“
Etwas einer Blendung Aehnliches zog vor den Au⸗ gen von Inſtin vorüber.
Er begriff ſelbſt ſo wenig von dem, was geſchah, daß dieſe Hoffnung, ſo unſinnig ſie auch war, in ſein Herz einzudringen anfing. Dem zu Folge entſchloß er ſich, trotz der Ermahnungen von Salvator, mit Madame Desmarets hinabzugehen bis zur Thüre des abgeſon⸗ derten Zimmers, welches das Mädchen bewohnte.
Vor dieſer Thüre angelangt, klopfte Madame Des⸗ marets,— während Juſtin, die Hand auf ſeiner Bruſt, die Schläge ſeines Herzens zurückdrängte,— Madame Desmarets klopfte ſachte, dann ſtärker, dann immer ſtärker an; es war vergeblich: Niemand antwortete.
Sie verſuchte es, die Thüre zu erſchüttern; eben⸗ falls vergeblich: die Thüre war von innen geſchloſſen.
Madame Desmarets ſchlug nun vor, den Schloſſer holen zu laſſen; doch Juſtin, den dieſe Todesſtille wie⸗ der in ſeine erſte Verzweiflung zurückgeworfen hatte, er⸗ innerte ſich der Ermahnungen von Salvator und wider⸗ ſetzte ſich förmlich, daß der Schloſſer die Thüre öffne.
„Sehen wir wenigſtens vom Garten aus, ob man nicht Jemand durch das Fenſter erblickt,“ ſagte die Vor⸗ ſteherin der Penſion.
„Verzeihen Sie, Madame,“entgegnete Juſtin,„der Eintritt in den Garten iſt vorläufig Jedermann ver⸗ boten.“
„Selbſt mir?“
„Ihnen wie den Andern, Madame.“
„Iber, mein Herr, ich bin in meinem Hauſe!“
„Sie irren ſich, Madame; überall, wo das Geſetz


