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Sodann, nach einigen Minuten eines Schweigens, das wie Blei auf dem jungen Manne und der Vorſtehe⸗ rin der Penſion laſtete, ſagte dieſe:
„Mein Herr, wollen Sie mir nun Ihrerſeits auch erlauben, ein paar Fragen au Sie zu richten?“
„Thun Sie es, Madame.“
„Welcher Urſache ſchreiben Sie das Verſchwinden von Mina zu?“
„Das weiß ich noch nicht; doch die Juſtiz wird mich hoffentlich hierüber unterrichten.“
„Sie wiſſen ganz gewiß, daß ſie nicht freiwillig verſchwunden iſt?“
Das Herz von Juſtin ſchwoll an bei dieſem Schimpfe, den man ſeiner weißen Braut anthat.
„Wie, Sie, die Sie Mina ſeit ſechs Monaten vor den Augen haben, können eine ſolche Frage an mich richten?“
„Ich fragte Sie, ob Sie Ihrer Liebe ſicher ſeien?“
„Sie haben ihren Brief geleſen: wen ruft ſie denn zu Hülfe?“
„Sie wäre alſo mit Gewalt entführt worden?“
„Ohne allen Zweifel.“
„Aber, mein Herr, das iſt unmöglich: die Mauern ſind hoch, die Fenſter feſt geſchloſſen; Mina hätte ge⸗ ſchrieen!“
„Madame, es gibt Leitern für alle Mauern, Brech⸗ eiſen für alle Fenſter, Knebel für jeden Mund.“
„Sind Sie im Zimmer von Mina geweſen?“
„Nein, Madame.“
„Ei! das war das Erſte, was Sie hätten thun ſollen! Gehen Sie auf der Stelle dahin, wenn Sie wollen.“
„Gehen wir im Gegentheile nicht dahin, Madame, ich bitte Sie inſtändig.“
„Das iſt aber das einzige Mittel, um uns zuverſichern, ob ſie nicht dort iſt.“


