Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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über die Todesbläſſe auf der Stirne des jungen Mannes und über die finſtere Energie, welche den Hauptcharakter ſeiner, gewöhnlich ſo ſanften und harmloſen, Phyſiogno⸗

mie bildete. „Oh! mein Gott! was iſt denn geſchehen?“

fragte ſie.

„Ein ſchweres Unglück, Madame,“ antwortete Juſtin.

„Ibnen oder Minas“

„Beiden, Madame.“

„Ah! mein Gott!. Soll ich Mina allein rufen laſſen, oder wünſchen Sie ſie ſelbſt zu ſehen?“

„Mina iſt nicht mehr hier, Madame.“

„Wie, Mina iſt nicht mehr hier? Wo iſt ſie denn?“

„Ich weiß es nicht.“

adame Desmarets ſchaute Juſtin Corby an, wie ſie einen Narren angeſchaut hätte⸗

„Sie iſt nicht mehr hier! Sie wiſſen nicht, wo ſie iſt! was will das beſagen?“

„Das will beſagen, Madame, daß ſie heute Nacht entführt worden iſt.“

„Geſtern Abend habe ich ſie aber ſelbſt in ihr Zim⸗

mer begleitet, wo ich ſie mit Fräulein Suſanna von Val⸗ geneuſe ließ.“ „Nun, dieſen Morgen, Madame, iſt ſie nicht mehr ort.“ „Oh! mein Gott!“ rief Madame Desmarets, die Augen zum Himmel erhebend,„ſind Sie deſſen, was Sie ſagen, ſicher, mein Herr?“

Juſtin zog aus ſeiner Taſche das mit Bleiſtift ge⸗ ſchriebene Papier, das ihm Babolin übergeben.

Hier,“ ſagte er,„leſen Sie.“

Madame Desmarets las raſch das Billet.

Sie erkannte die Handſchrift des Mädchens und, ſich einer Ohnmacht nahe fühlend, gab ſie einen Schrei