Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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großen Bäume verbreiteten! Meine Beine zitterten; ich keuchte und war manchmal genöthigt, meinen Marſch zu hemmen, um Athem zu ſchöpfen.

„Plötzlich fühlte ich mich angehalten. Ich wollte meinen Lauf fortſetzen, doch ich wurde zurückgezogen. Es erfaßte mich ein Schauer, meine Beine bogen ſich un⸗ ter mir; der Schwindel mit ſeinem Gefolge von Ge⸗ ſpenſtern zog vor meinen Augen vorüber; ich fühlte mich dem Sterben nahe!

„Endlich machte ich eine Anſtrengung, und ich hatte den Muth, zurückzuſchauen: die blonden Locken des Kna⸗ ben hatten ſich mit einem gebrochenen Aſte verſchlungen: das war das Hinderniß. Alles dies hatte nur eine Se⸗ cunde gedauert; doch während dieſer Secunde hatte ich über meinem Haupte das Meſſer der Guillotine funkeln ſehen! Ich ſchlug ein entſetzliches Gelächter auf; ich gab dem Leichname eine Erſchütterung, ein Theil der Haare blieb am Aſte; doch ich ging weiter.

Ich glaubte endlich den Ort gefunden zu haben, der mir zuſagte: es war unter einer Dickung, ein paar Schritte von einer Raſenbank, auf die ich mich vielleicht in den vier Jahren, ſeitdem ich das Schloß bewohnte, nicht zweimal geſetzt hatte. Es fand ſich hier zwiſchen den Stämmen von Eichen ein Raum von ungefähr drei Fuß im Durchmeſſer; ſenkrecht die Erde ausgrabend, konnte ich in einer oder anderthalb Stunden fertig ſein. Ich ſchritt zum Werke.

„Welche Stunde, mein Vater, welche Stunde brachte ich mit dem Bereiten dieſes Grabes zu!.. Es war un⸗ gefähr zwei Uhr Morgens, als ich anfing; das iſt der Augenblick, wo im Monat Auguſt die erſten Schauer der Natur, die Vögel auf den Bäumen, das Rothwild in den Gebüſchen erwachen. Beim geringſten Geräuſche wandte ich mich um, im Glauben, ich höre Tritte; das Waſſer rieſelte von meinem Geſichte; mein Athem drang