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Schrecken und Zorn erfüllt; ich ging durch die äußere Thüre des Speiſekellers, welche offen geblieben, hinaus. Durch dieſe Thüre war ohne Zweifel Leonie entflohen. Ich beſchloß, ihr ſogleich nachzuſetzen; traf ich ſie, ſo verlangte meine eigene Sicherheit, daß ich ſie tödtete, wie ich ihren Bruder getödtet hatte...
Der Mönch ſchauerte.
„Was wollen Sie, mein Vater?“ ſprach der Ster⸗ bende;„das iſt die verhängnißvolle Verzahnung des Ver⸗ brechens! der Mörder iſt in einer eiſernen Hand, und er muß tödten, einzig und allein, weil er getödtet hat.
„Ich eilte zuerſt in die Hauptallee des Parkes mit meiner Flinte in der Hand, durchforſchte die Finſterniß mit meinen Blicken, lief dahin, wo ich Geräuſch hörte, und hielt jeden Mondſtrahl, der durch das Blätterwerk drang, für das weiße Kleid des Kindes. In dieſem Augenblicke war ich wahnſinnig, trunken vor Wuth, be⸗ rauſcht von Blut. Bei jedem Getöſe, das ich hörte, hielt ich an, legte mein Gewehr an meine Schulter, rief Braſil und ſchrie:
„„Biſt Du es, Leonie?““
„Doch es antwortete nichts; Alles blieb ruhig und düſter; der Park war ſtill wie das Grab, leer und leb⸗ los wie das Nichts.
„Plötzlich befand ich mich am Rande des Teiches. Ich blieb erſchrocken ſtehen; meine Haare ſträubten ſich auf meinem Haupte, ich ſtieß einen Schrei aus, der nichts Menſchliches hatte, und nahm meinen Lauf in ent⸗ gegengeſetzter Richtung.. Es war in der That mehr ein Laufen, als ein Gehen, ein raſcher, fieberhafter, un⸗ geordneter Lauf, bei welchem ich, würde ich das Ziel er⸗ ſchaut haben, Alles niedergeworfen hätte, was mir in den Weg gekommen wäre.
„Nichts!... Faſt eine Stunde irrte ich ſo von Allee zu Allee, von Gebüſche zu Gebüſche, von Baum zu Baum; keine Spur, kein Anzeichen; Alles war ſtill, öde.


