Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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zwei⸗ oder dreimal hob ich den Kolben der Flinte an meine Schulter empor, zwei⸗ oder dreimal ſetzte ich den Finger an den Drücker des Gewehrs, und zwei⸗ oder dreimal ſenkte ich den Lauf wieder und murmelte:

„„Unmöglich! unmöglich!““

„Während einer dieſer Bewegungen wandte ſich der kleine Victor umz ſo ſchnell ich auch das Gewehr geſenkt hatte, er ſah, daß ich es an die Backe gelegt...

„„Lieber Oheim,“ bemerkte er,„„ich glaubte, Du habeſt mir geſagt, man dürfe nie auf Jemand anſchla⸗ gen, ſelbſt nicht einmal im Scherze, und es habe ein kleiner Knabe ſeine Schweſter ſo ſcherzend getödtet?““

„Ja, ja, Du haſt Recht, mein Kind!““ rief ich. „„Ich wollte ſcherzen, doch ich hatte Unrecht.““

„Ich weiß wohl, daß Du ſcherzen wollteſt,““ er⸗ wiederte das Kind;„„warum ſollteſt Du mich denn tödten, Du, der Du unſern armen Vater ſo ſehr liebteſt?““

„Ich ſtieß einen Schrei aus. Es hatte meinen Geiſt ein Schein wie der eines Blitzes durchzuckt; ich glaubte, ich werde ein Narr werden.

„„Oh! ja, Victor,“ ſagte ich, während ich mein Ge⸗ wehr wieder über meine Schulter hing;„„„ja, ich liebte Deinen Vater ſehr!... Komm nach Hauſe zurück, Vic⸗ tor! komm, wir werden beute Abend nicht jagen!..„

„„Wie Du willſt, Oheim,““ erwiederte der Knabe erſchrocken über den Ausdruck meiner Stimme.

„Ich ging auf ihn zu, nahm ihn bei der Hand und führte ihn quer durch das Gehölze nach dem Schloſſe zurück. Ich hoffte zu rechter Zeit anzukommen, um mich der Ermordung des Mädchens zu widerſetzen. Zum Un⸗ glücke befand ich mich beim Teiche: um nach Hauſe zu⸗ rückzukommen, mußte ich das Waſſer umgehen, was uns itet zehn Minuten aufhielt, oder im Nachen hinüber⸗

ahren.

„„Oh! lieber Oheim, fahren wir im Nachen!““