Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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ich vom Dämon der Gewaltthätigkeit und der Tollheit beſeſſen. Unter ſolchen Umſtänden miſchte Orſola in meinen Wein ein Aphrodiſiacum, das mich faſt wahuſinnig machte. Hatte ſie im Sueton geleſen, wenn die Schwe⸗ ſter von Caligula, Vatermörderin und blutſchänderiſche Geliebte, ihren Bruder zu einem Verbrechen habe bewe⸗ gen wollen, ſo ſei ſie ſo zu Werke gegangen? oder hatte dieſes Weib, das in ſich die Wiſſenſchaft und das Prin⸗ cip des Böſen trug, errathen, die Cantharide ſei das Aequivalent der Hippomane?

„Ich hatte ſchon in der Nacht des Todes von Ger⸗ trud dieſe wüthende Trunkenheit gefühlt, die mich am Abend des 19. Auguſt nach dem Mittagsmahle ergriff. Ich ſtand um acht Uhr von Tiſche auf, in dem Augen⸗ blicke, wo vom Himmel die erſten Schatten der Nacht herabzufallen anfingen. Von Allem erinnere ich mich nur noch einer Stimme, die mir unabläßig in mein Ohr wiederholte:

„Uebernimm Du den Knaben, ich übernehme das Mädchen.““

„Und zum Vieh geworden, wahnſinnig, ſchwankend, antwortete ich:

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„Vorher aber,“ ſagte die Stimme zu mir,„triff alle Vorkehrungen, damit Herr Sarranti das Anſehen bekommt, als hätte er den Streich begangen.““

„„Ja,““ wiederholte ich,„„Herr Sarranti muß das Anſehen haben, als hätte er den Streich begangen.““

„Ich fühlte, daß man mich in das Cabinet fortzog, wo das Bureau war, an dem ich gewöhnlich ſchrieb, und in deſſen Kaſſe ich die von Corbeil zurückgebrachten und

Herrn Sarranti übergebenen dreimal hunderttauſend

Franken deponirt hatte. Orſola ſchloß die Thüre mit dem Schlüſſel; dann ſprengte ſie mit einem Brecheiſen das Schloß, ſo daß die Schublade ausſah, als wäre ſie mit Gewalt erbrochen worden⸗

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