152
LXIX.
Der 19. Auguſt 1820.
„Der andere Tag,“ fuhr Herr Gérard fort,„ver⸗ ging für mich bewegt von entſeßlichen Schauern, und ſo fremd ich der Politik war, ſo hegte ich doch die beißeſten Wünſche, es möge die Verſchwörung einen glücklichen Erfolg haben: mir ſchien, Orſola habe von einem Ver⸗ brechen nur für den Fall geſprochen, daß dieſe Verſchwö⸗ rung ſcheitern würde, oder daß Herr Sarranti zu fliehen genöthigt wäre. Bis um vier Uhr Nachmittags zählte ich jede Vibrirung der Glocke, und jede dieſer Vibrirun⸗ gen wiederhallte in der Tiefe meines Herzens. Hundert⸗ mal befragte ich auch meine Taſchenuhr. Der Tag rückte vor, und nichts ſtörte die gewöhnliche Ruhe der Einſam⸗ keit, in der wir lebten.
„Endlich war es vier Uhr Nachmittags; wir ſollten uns zu Tiſche ſetzen.. Ich hatte ſchon bemerkt, daß die Gedecke der Kinder fehlten: Orſola hatte beſchloſſen, ſie werden allein ſpeiſen... Plötzlich hörte ich den Lärm eines Galopps. Ich eilte aus dem Salon. Ihr Vater ritt auf einem von Schaum ganz weißen Pferde in den Hof ein. Als er an die Freitreppe kam, ſtürzte das Pferd nieder.
„„Verrathen! dennncirt! ich habe nur noch zu flie⸗ hen!““ ſagte Herr Sarranti.„Iſt Alles bereit?““
„„Alles!““ antwortete Orſola.
„Ich konnte nicht antworten: etwas wie eine blu⸗ tige Wolke ſchwebte vor meinen Augen.
„Herr Sarranti machte ſich aus den Steigbügeln
los, kam auf mich zu und drückte mir die Hand.
d
e———
—
———
—
,—
—


