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auf einen Wink Gehorſam zu finden. Oft, ſeit dem Tode von Gertrud, hatte ſie ſich über Orſola zu beklagen, welche den Haß nicht verbarg, den ihr die Kleine ein⸗ flößte, und bei der Sorge, die ihr für ſie zu tragen oblag, mit einer Nachläßigkeit oder mit einer Brutalität zu Werke ging, die von Leonie wahrgenommen wurde. Sie beklagte ſich deshalb einige Male bei mir; da ſie aber ſah, daß dies nichts an den Manieren von Orſola gegen ſie änderte, ſo ſprach ſie hierüber mit Herrn Sar⸗ ranti, und dieſer machte mir mit aller möglichen Zart⸗ heit begreiflich, meine perſönliche Nachſicht gegen Orſola könne dieſe nicht berechtigen, zu vergeſſen, daß Victor und Leonie die wahren Gebieter des Hauſes ſeien.
„Eines Morgens, als ſich die Kinder damit belu⸗ ſtigten, daß ſie ins Baſſin Steine warfen, die Braſil untertauchend daraus holte, beklagte ſich Orſola über Kopfweh, das ihr das Bellen des Hundes verurſache. Dem zu Folge rief ſie aus dem Fenſter den Kindern zu, ſie ſollen ihre Spiele unterlaſſen oder wenigſtens eines wählen, welches nicht ſo das Gebell von Braſil errege. Die Kinder ſchauten, von wem ihnen dieſer Befehl zu⸗ kam, und als ſie ſahen, daß er von Orſola kam, ſpielten ſie fort.
„„Nimm Dich in Acht, Leonie!““ rief Orſola dem Mädchen zu, das ſie ganz beſonders haßte.
„„Wovor?““ fragte das Kind.
„„Daß ich nicht hinabkomme; denn wenn Du machſt, daß ich hinabkomme, ſo peitſche ich Dich!““
„„Ah! ja wohl, kommen Sie doch!““ erwiederte das Mädchen.
„„Du trotzeſt mir?““ rief Orſola.„„Warte ein wenig: ich komme.““
„Und ſie ſtürzte in den Garten, durchlief den Raum, der die Freitreppe vom Teiche trennte, und ſtreckte die Hand aus, um das Kind zu ergreifen, das, als es ſie kommen ſah, ruhig wartete, ohne einen Schritt rückwärts zu


