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„Wenn ich einſt reich bin, kaufe ich das benach⸗ barte Gut.““
„Was kounte mich aber reich machen? Ein Zufall! — Orſola nannte die Sache ſo;— ein Zufall, der mich zum Erben der Kinder meines verſtorbenen Bruders machen würde... Doch, mein Vater,“ ſagte der Ster⸗ bende den Kopf ſchüttelnd,„wer unter ſolchen Umſtän⸗ den auf den Zufall rechnet, iſt ſehr nahe daran, ihm zu Hülfe zu kommen!..“
Als Herr Gérard dieſen Theit ſeiner Beichte erreicht hatte, war ſein Geſicht ſo ſehr entſtellt, daß ihn der Mönch unterbrechen zu müſſen glaubte, wie groß auch ſeine Reugierde, und welches Intereſſe er auch hatte, die Folge der Ereigniſſe kennen zu lernen, deren Scenerie ſich vor ihm entrollte,— mehr und mehr ſich verdüſternd, ſo wie ſie ſich entrollte.
Der Sterbende ſchwieg in der That einen Augen⸗ blick, doch nur um alle ſeine Kräfte zu ſammeln. Bei dieſem Punkte ſeiner Erzählung ſchien er eben ſo begie⸗ rig, ſie zu vollenden, als er Anfangs furchtſam geweſen, ſie zu beginnen.
Und dennoch fand unter dieſer leichenfarbigen Maske, auf die der Dominicaner ſeinen bangen Blick heftete, ein heftiger Kampf ſtatt; denn der Kranke ſetzte ſeine Er⸗ zählung mit einer ſo ſchwachen Stimme fort, daß Domi⸗ nique, um zu verſtehen, was er ſagte, beinahe genöthigt war, das Ohr an ſeine Lippen zu halten.
„Mittlerweile,“ ſprach Herr Gérard,„ereignete ſich ein Zwiſchenfall, den ich nicht mit Stillſchweigen über⸗ gehen darf. Meine Nichte Leonie war ein Mädchen von einer großen Herzensgüte, zugleich aber von einem bei einem Kinde von ihrem Alter außerordentlichen Stolze. In Braſilien, welches Land ſie mit kaum vier Jahren verlaſſen hatte, von zwanzig Domeſtiquen von paſſiver Botmäßigkeit, von abſoluter Unterwürfigkeit bedient, hatte ſie ſich daran gewöhnt, mit einem Worte zu befehlen und


