Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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dieſer Frau und mir geweſen war, wußte doch Jeder ſo wohl, auf welchem Punkte wir ſtanden, daß alle Leute von niedriger Stufe, um Orſola den Hof zu ma⸗ chen, ſie Madame Gérard nannten! Selbſt die Kinder hatten dieſe Gewohnheit angenommen: ſie wie⸗

derholten das, was ſie ſagen hörten. Es war wohl,

deſſen bin ich ſicher, ihre Abſicht, eines Tags Madame Gérard zu werden; ohne Zweifel aber wollte ſie zu die⸗ ſem Ende warten, bis mein Leben mit dem ihrigen durch die Ketten einer entſetzlichen Schuldgenoſſenſchaft verbun⸗ den wäre.

„Zuweilen, am Tage, ſchauerte ich, ganz nahe daran, einen Schreckensſchrei auszuſtoßen: blutige Ge⸗ danken hatten ſich, Geſpenſtern ähnlich, vor mir erhoben! Dann lief ich, bis ich Jemand getroffen hatte. Traf ich die Kinder, ſo floh ich anf die Seite der entgegen⸗ geſetzt, wo ich ſie ſah; begegnete ich Herrn Sarranti, ſo wiederholte ich ihm die Empfehlung, wohl über ſeine Zoͤglinge zu wachen, und ich fügte bei:

„„Ich liebe ſie ſo ſehr, dieſe armen Kinder meines guten Jacques.““

„So beruhigte ich mich, ſo gab ich mir ſelbſt Kräfte durch dieſe laut ausgeſprochenen Worte der Zärt⸗ lichkeit.

„Dann kamen die Nächte, und die ſchändliche Pene⸗ lope zerſtörte durch ihre Küſſe, durch ihre ſeltſamen Be⸗ gierden unerhörter Wolluſt die fromme und barmherzige Arbeit, die mein Gewiſſen am Tage von Neuem gemacht hatte! Doch ich muß geſtehen, ſo wie die Zeit verlief, hatte das Werk der Nacht weniger Mühe, die Arbeit vom Tage zu zerſtören. Kurz, obwohl ich nur in einer fernen Zukunft die Verwirklichung dieſer erſchrecklichen Hoffnung ſah, gewöhnte ich mich doch allmälig daran, die Habe meiner Reffen als meine Habe, ihr Vermögen als mein Vermögen zu betrachten, und einmal geſchah es mir, daß ich vor Orſola ſagte:

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