Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Orſola führte fortwährend das Hausweſen, als ob nichts vorgefallen wäre, blieb in der Entfernung, die ihr ihre Stellung vorſchrieb, und bekümmerte ſich nicht um ,— ſicher ohne Zweifel, ich könne ihr nicht ent⸗ gehen.

„Eines Tags begegnete ich ihr in einem Gange.

„„Was würden Sie denn thun,““ fragte ſie mich im Vorübergehen,„„wenn ſtatt Gertrud ich geſtorben wäre?““

„„Oh! wenn Du es wäreſt,““ antwortete ich, in ihrem Blicke die Flamme wiederfindend, die mich leben machte, indem ſie mich verzehrte,„wenn Du es wäreſt, Orſola, ſo wäre ich ebenfalls geſtorben.““

„„Nun denn, da ich es nicht bin, ſo laſſen Sie uns leben!““ ſprach ſie.

„Und mit einem dämoniſchen Lächeln ſetzte ſie in ihrem Patvis hinzu:

„„Ich werde Dich heute Nacht erwarten.““

„„Oh! nein, gewiß nicht,““ ſagte ich zu mir ſelbſt; „„nein, ich werde nicht gehen!““

„Mein Vater, die Naturforſcher ſprechen von der Zaubermacht einiger Thiere und, unter Anderem, der Schlange, welche von Zweig zu Zweig den Vogel vom

Baume herab in ihren aufgeſperrten Rachen zu fallen⸗

zwingt; mein Vater, der böſe Geiſt hatte dieſe Fran mit einer ähnlichen Macht begabt; denn nachdem ich bis elf Uhr widerſtanden, fühlte ich mich unüberwindlich nach ihrem Zimmer fortgezogen, und unwillkürlich, während ich noch widerſtand, durchſchritt ich den Corridor und ſtieg Stufe für Stufe die verhängnißvolle Treppe hinauf, auf der ſie mich oben erwartete... Ich geſtand Ihnen, daß ich am andern Tage nach ſolchen in Orgien zuge⸗ brachten Nächten nur eine verworrene Idee von dem, was ich gethan und geſagt, und von dem, was man vor mir gethan, oder von dem, was man mir geſagt, be⸗ hielt. Mir ſchien am andern Tage nach dieſer Nacht, es