Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Und ſie begleitete dieſe Antwort mit einem Blicke, der mir eine Idee von der doppelten Trunkenheit gab, die mich erwartete.

„Es kam die Nacht: das Abendbrod war wie ge⸗ wöhnlich im Zimmer von Orſola ſervirt... Wir ſchlo⸗

ßen uns gegen zehn Uhr ein... Nie trieb eine Bac⸗

chantin ihren Liebhaber zur Beranſchung mit glühenderen Verführungen an: mir ſchien, als tränke ich ſtatt Wein eine am Blitze ihrer Augen entzündete Flamme! Gegen elf Uhr glaubte ich ein Getöne von Klagen zu hören.

„„Was iſt das?““ fragte ich Orſola.

„„Ich weiß es nicht... Sehen Sie nach, wer klagt.““

„Ich verſuchte es, von meinem Stuhle aufzuſtehen, doch ich hatte nicht drei Schritte gemacht, als ich in ein Fauteuil zurückfiel.

„„Nun,““ ſprach ſie,„trinken Sie dieſes letzte Glas Wein, während ich ſtatt Ihrer gehe.““

„Es kam ein Augenblick, wo ich nur das zu thun vermochte, was Orſola ſagte. Ich leerte das Glas bis auf den letzten Tropfen. Dann ſtand ſie auf und ging hinaus.

„Ich weiß nicht, wie lange ſie außer dem Zimmer blieb: ich war in die Schlafſucht verſunken, die den Menſchen ganz von dem, was ihn umgibt, iſolirt. Dieſer Schlafſucht wurde ich entzogen durch die Berührung eines Glaſes, das man an meine Lippen hielt. Ich öffnete die Augen und erkannte Orſola.

„„Nun?““ fragte ich, da mir eine unbeſtimmte Er⸗ innerung an die Klagen, die ich gehört hatte, geblie⸗ ben war.

„Oh!““ erwiederte ſie,„„es iſt Gertrud, welche ſehr krank geworden.““

„„Gertrud krank?““ ſtammelte ich.—

„„Ja,““ antwortete Orſola; ſie beklagt ſich über Magenkrämpfe, und will nichts von meiner Hand neh⸗

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