Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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hätte mich geſchämt, dieſen armen kleinen Weſen,— mit denen ich mich kaum beſchäftigte, die ich ganz der Pflege dieſer guten Frau überließ,— die zarte Fürſorge zu entziehen, der ſie in ihrem Alter ſo ſehr bedurften.

„Da begannen dieſelben Verfolgungen, welche in Betreff des Gärtners ſtattgefunden hatten, noch unab⸗ läßiger und erſchrecklicher.

„Dem unſeligen Einfluſſe des Dämons, der mich beſaß, unterworfen, verſprach ich jede Nacht die Entlaſ⸗ ſung von Gertrud für den andern Tag; jeden Morgen kam ich von meinem Verſprechen zurück und weigerte mich.

„Orſola ſchloß ſich ein, wie ſie es bei unſern Dis⸗ cuſſionen hinſichtlich des Gärtners gethan hatte; doch ich hielt die Probe aus. Ich geſtehe, daß ich noch nicht ſo ſehr alle Schaam abgelegt hatte, um den Vorwürfen von Herrn Sarranti zu trotzen und die Thränen der Kinder zu ertragen.. Diesmal war es Orſola, welche zuerſt wiederkehrte. Sie hatte dieſe Laune bereut und kam, um mich um Verzeihung zu bitten. Sie errathen, mein Vater, mit welcher Freude vieſe Verzeihung bewilligt wurde.

„Dieſe Rückkehr von Orſola zu mir traf mit zwei Umſtänden zuſammen, die mir damals von geringer Be⸗ deutung zu ſein ſchienen, deren unſelige Folgen ich aber ſpäter beurtheilen konnte. Am Tage vorher hatte Jean um einen Urlaub von achtundvierzig Stunden gebeten, um in Joiguy eine kleine Erbſchaftsangelegenheit in Ordnung zu bringen, und am Morgen hatte uns Herr Sarranti mitgetheilt, es ſei ſeine Anweſenheit in Paris auf ein paar Tage nothwendig. Nachdem ſich Jean und Herr Sarranti entfernt hatten, waren die einzigen Per⸗ ſonen, welche im Schloſſe blieben, die zwei Kinder, Ger⸗ trud, Orſola und ich. Ich machte gegen Orſola hier⸗ über eine Bemerkung.

„„Bin ich nicht Ihre Dienerin bei Tiſch und Bette?““ erwiederte ſie.