Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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regungen zu fordern. Wie man es bei den wilden Thie⸗ ren thut, die man auf den Schaubühnen zeigt, und deren Kräfte ihre Herren mittelſt ſeltſamer, nur ihnen allein bekannter Geheimniſſe ſchwächen, ſo rief Orſola, um mich vollends zu unterwerfen, die verderblichſten ſpecifiſchen Mittel, die betäubendſten Getränke zu Hülfe. Der Ab⸗ ſinth und das Kirſchenwaſſer, dieſe zwei entſetzlichen Gifte, in einer gewiſſen Doſe genommen, wurden meine Lieb⸗ lingsgetränke, und man konnte am Morgen an meinen blöden Augen, an meinen ſtieren Blicken erkennen, bei welcher ſchmählichen Orgie ich einen Theil der Nacht zu⸗ gebracht hatte. Am Morgen blieb mir nur eine unbe⸗ ſtimmte Erinnerung an die Träume, in welchen der Sen⸗ ſualismus bis zum Schmerze getrieben worden war; dann ſchien es mir immer, als hätte, während der Schlaf⸗ ſucht des Rauſches, eine Stimme von geheimnißvollen, erſchrecklichen Wünſchen zu mir geſprochen! Der Um⸗ ſtand, deſſen ich mich beſonders entſann, war, daß Orſola ſich beſtändig über die Gouvernante der zwei Kinder be⸗ klagte, wie ſie ſich über den Gärtner beklagt hatte; was in mir am Morgen wiederkehrte, war, daß ich in ſolchen Augenblicken, wo mir nicht mehr die Kraft blieb, einen eigenen Willen zu haben, die Entlaſſung der armen Frau verſprochen hatte; beim Erwachen verflog aber dieſes in der Nacht gegebene Verſprechen wie ein Dunſt unter den anderen Dünſten des Rauſches. Eines Morgens nahm indeſſen Orſola dieſe ſeltſame Frage in Angriff und ſagte:

„„Sie verſprechen mir ſchon lange, Sie wollen Gertrud wegſchicken, und Sie thun es nicht. Was bin⸗ det Sie denn ſo ſonderbar an dieſe Frau?““

„Ich war ganz verblüfft, denn ich erinnerte mich kaum, dieſes Verſprechen gegeben zu haben; ich hatte kein Motiv, um Gertrud, eine Frau von äußerſt harm⸗ loſem Charakter, zu entlaſſen, welche, einſt Amme meiner Schwägerin, deren Kinder anbetete und von ihnen ange⸗ betet wurde. Diesmal ſchlug ich es rund ab. Ich

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