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„Mein Freund, ich bitte Dich um Verzeihung we⸗ gen meiner Boshaftigkeit!.. Ich hätte Dich vorhin beinahe zurückgerufen, doch Du warſt ſchon zu fern.““
„Es erfaßte mich der größte Stolz.
„Nein, Orſola,““ erwiederte ich,„„Sie ſind nicht böſe!““
„Doch beharrlich ſprach ſie:
„Hätte ich gewußt, der Abgang dieſes Gärtners könnte Ihnen wahren Kummer verurſachen, ſo hätte ich ihn nie verlangt.““
„„Sie würden alſo einwilligen, daß ich ihn zurück⸗ rufe?““ fragte ich lebhaft.
„Ei! gewiß, da ich Ihnen ſage, ſein Abgang mache mir nun ſo viel Kummer als Ihnen.““
„Oh!““ rief ich,„„wie gut biſt Du, Orſola!““
„Und ich ſtand auf, um dem Greiſe nachzulaufen.
„Nein, ich bin die Urſache der Verzweiflung dieſes braven Mannes: es iſt an mir, das Böſe, was ich ge⸗ than, wieder gut zu machen.““
„Und ſie zwang mich, im Zimmer zu bleiben, und lief dem Vater Vincent nach, um ihm zu verkündigen, er ſei wieder zu Gnaden bei mir aufgenommen. Das war Alles, was ſie wollte: wohlverſtanden, der gute Mann glaubte immer, ich habe ſeine Entlaſſung beſchloſſen, und Orſola habe ſeine Begnadigung erwirkt.
„Drei bis vier Monate lang blieb Alles in statu quo; nur wurden dieſe drei bis vier Monate zu einer wunderbaren Arbeit verwendet, über die ich erſt ſpäter Klarheit erlangte.
„Wie alle Südländer, war ich von Natur nüchtern; der Hunger und der Durſt waren für mich bis zum Alter von vierzig Jahren ein Bedürfniß und nicht ein zu befriedigendes Vergnügen geweſen; allmälig aber durch den Mißbrauch der Genüſſe der Wolluſt zur Ermattung gebracht, konnte ich Orſola nicht widerſtehen, die mich antrieb, von der Trunkenheit ihre entnervenden Auf⸗


