Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Dieſer Tag kam.

„Wir hatten zum Gärtner einen Greis, Vater und Großvater von einem Dutzend Kinder, der die Gärten des Schloſſes vielleicht ſeit dreißig bis vierzig Jahren eultivirte. Anfänglich wußte ich nicht, was Orſola gegen ihn reizte; ich ſah es ſpäter ein... Sie fing damit an, daß ſie mir Schlimmes von dieſem armen Manne ſagte, den Jeder liebte, ſie ausgenommen; es verging nach ihrer Angabe kein Tag, an dem er ihr nicht eine unangenehme Bemerkung machte, eine unverſchämte Ant⸗ wort gab; endlich, nach einer Woche der Klagen, ſchloß ſie damit, daß ſie ſeine Entlaſſung von mir forderte. Die Sache ſchien mir ſo ungerecht, daß ich zu widerſtehen ſuchte, indem ich ihr entgegnete, Niemand habe ſich über dieſen Mann zu beklagen, und es gebe keinen Vorwand, um ihn wegzuſchicken; es wäre überdies unmenſchlich⸗ einen Greis fortzujagen, der ſeit vierzig Jahren da ſei. Sie beſtand auf ihrem Verlangen mit einer Hartnäckig⸗ keit, welche ſo ſehr außer ihren Gewohnheiten, daß ich darüber erſtaunt war; doch auf meine wiederholte Wei⸗ gerung ſchloß ſie ſich in ihr Zimmer ein, aus dem ſie zwei Tage lang nicht herausging, und während dieſer zwei Tage durfte ich auch nicht, trotz meines Bittens und Flehens, in dieſes Zimmer eintreten. Sodann, nach tau⸗ ſend Kämpfen, die ich gegen mich ſelbſt beſtand, da ich eine längere Entbehrung derjenigen, welche der materiel⸗ len Seite meines Lebens nothwendig geworden war, nicht aushalten konnte, beſchloß ich feiger Weiſe, mich in der Nacht zu Orſola zu begeben und ihr Verlangen zu bewilligen.

„„Ah! das iſt ein Glück!““ ſagte ſie einfach zu mir, ohne mir nur für das Opfer, das ich ihr brachte, zu danken, und ohne den Anſchein zu haben, als hätte ſie einen Sieg davongetragen.

„Am andern Tage ließ ich dem Gärtner bedeuten, er habe ſeine Lohnrechnungen in Ordnung zu bringen