Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„„Warum haben Sie aber dann einen ſo geringen Lohn verlangt, als ich Sie aufforderte, Ihren Preis zu machen?““ fragte ich.

„Abermals aus zwei Gründen,““ erwiederte ſie: „„weil ich ſeit zehn Jahren im Hauſe war und ein großes Verlangen hegte, es nicht zu verlaſſen.““

„„Das iſt der erſte. Und der zweite?““

„„Der zweite!““ ſagte ſie leicht erröthend;„der zweite iſt, weil ich mich mit dem erſten Blicke zu Ihnen hingezogen gefühlt hatte, und es mir gefiel, in Ihren Dienſt zu treten.“

„Ich ſteckte meine Börſe wieder in die Taſche, ganz beſchämt, eine ſolche Erhabenheit der Gefühle bei einer Frau zu finden, die ich bis dahin immer als eine Die⸗ nerin betrachtet hatte.

„„Orſola,““ ſprach ich zu ihr,„„von morgen an werden Sie eine Frauensperſon nehmen, welche hier das thun ſoll, was Sie gewöhnlich thaten, und Sie werden ſich darauf beſchränken, daß Sie die Dienſtboten beauf⸗

„„Warum wollen Sie mich eines Vergnügens da⸗ durch berauben, mein Herr, daß Sie mich verhindern, Sie zu bedienen? iſt das Ihre Art, mich zu belohnen?““

„Sie ſagte dieſe paar Worte mit dem natürlichſten Tone.

„„Wohl, es ſei,““ antwortete ich;„„Sie werden fortfahren, mich zu bedienen, da Sie behaupten, dieſer Dienſt ſei ein Vergnügen für Sie; doch Sie ſollen nur mich allein bedienen. Jean wird ſich mit Herrn Sar⸗ ranti beſchäftigen.““

„„Nun, meinetwegen!““ erwiederte ſie;„„ich nehme das an; es wird mir geſtattet ſein, um ſo mehr für Sie Sorge tragen zu können.““

„Hienach, da mein Zimmer in Ordnung gebracht war, ging ſie einfach und würdig ab, ohne zu vermu⸗ then, oder wenigſtens, ohne daß ſie den Anſchein hatte,

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