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eine von den granſamſten, die ich in meinem Leben zu⸗
brachte!..
„Ich war übrigens entſchloſſen, dieſe Kaltblütigkeit und dieſe aufopfernde Ergebenheit zu belohnen. Am andern Morgen, nach dem Frühſtücke, zur Stunde, wo ich wußte, daß ſie mit dem Aufräumen meines Zimmers beſchäftigt war, ging ich hinauf und näherte mich ihr, die an nichts mehr zu denken ſchien; ich ſtattete ihr meinen Dank ab und reichte ihr eine zwanzig Louis d'or enthaltende Börſe. Sie aber nahm meinen Dank in Demuth an und wies die Börſe ſtolz zurück. Ich drang in ſie; da antwortete ſie einfach und ohne Affectation:
„Herr, ich habe nur meine Pflicht gethan!““
„Ich dachte, die Summe ſei vielleicht nicht ſtark genug, um ſie zu reizen, und da ich das letzte Wort bei dieſer Uneigennützigkeit haben wollte, ſo nahm ich alles Gold, das ſich in meiner Taſche fand, fügte es dem bei, was in der Börſe war, und bot ihr aufs Neue dieſe Börſe an, doch mit nicht mehr Erfolg. Ich fragte ſie nach dem Grunde ihrer Weigerung.
„Es gibt einen erſten Grund, den ich Ihnen von Anfang geſagt habe, und der der mächtigere iſt,““ ant⸗ wortete ſie:„ich habe nur meine Pflicht gethan, und wer nur ſeine Pflicht thut, hat kein Recht auf eine Be⸗ lohnung; ſodann,““ fügte ſie lächelnd bei,„„ſodann gibt es einen zweiten Grund
„„Dieſer iſt?““ fragte ich.
„„Daß ich beziehungsweiſe ſo reich bin, als Sie, mein Herr.““
„„Wie ſo?““
„„Mein früherer Herr hat mir dreißigtauſend Fran⸗ ken Kapital, das heißt eine Rente von fünfzehnhundert Livres hinterlaſſen. Ich brauche nur in das Savines⸗ Thal zurückzukehren, woher ich bin, und ich werde mit meinen fünfzehnhundert Franken leben wie eine Königin.““
Die Mohicaner von Paris. M. 8


