Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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gung meines Bruders hatte ſingen hören, hätte ich es nicht zu ſagen gewußt. Nicht als ob ſie an ſich etwas Zurückſtoßendes gehabt hätte: im Gegentheile, ſie war ſchön. Nur mußte man es bemerken; doch ſobald man es bemerkt, kamen die Blicke, die ſie Anfangs gleichgül⸗ tig hatten vorübergehen laſſen, zu ihr zurück, und hatten ſie einmal dieſe unſelige Richtung genommen, ſo konnten ſie dieſelbe nicht mehr verlaſſen! Anfangs, als ich ſie zum erſten Male ſah, war ſie in ein diſteres Coſtume gekleidet, das ihre äußeren Vorzüge durchaus nicht gel⸗ tend machte; ihre Haare waren unter einer Art von Witwen⸗ haube verborgen; ihr übriger Anzug war, nicht ganz der einer Frau vom gemeinen Volke, doch der einer Bürgerin, welche auf jeden Gedanken der Cognetterie verzichtet hat. Das Einzige, was ich an ihr bemerkt, waren ziemlich ſchöne Angen, ſehr weiße Zähne und Lippen, deren leb⸗ haftes, faſt blutiges Roth mir beſonders aufgefallen. Doch ſeit dem Tode meines Bruders, allmählig und Woche für Woche, hatte ſie, ſo zu ſagen, eine Schönheit ins Licht geſetzt: das waren zuerſt herrliche Haare, blau durch ihre tiefe Schwärze, deren reiche Reſerve ſie unter ihrer Haube hervorgezogen, und aus denen ſie ſich glänzende Flechten gemacht hatte; es war ein Hals vergoldet wie die Aehre im Monat Juli, den ſie von einem geſchloſ⸗ ſenen Kragen befreit; es war eine Taille biegſam und geſchmeidig wie die Birke unſerer Wälder, die ſie in ein Trauerkleid von ſchwarzem Taffet gehüllt; es war ein ſpaniſcher Fuß, beſſer als dies, ein baskiſcher Fuß,

den ſie des Pantoffels, der ihn bekleidet, entiedigt und!

aufs Neue eingekerkert hatte, diesmal aber in einen Schuh mit flatternden Bändern; es war eine doppelte Reihe von weißen Zähnen, die ſie, ſelbſt ohne zu lächeln, zeigte, als wären ihre Lippen zu kurz und gerundet ge⸗ weſen, um ſich zuſammenzufügen; es waren endlich rei⸗

zende Worte geſprochen im Patois unſerer Gebirge, mit

einem metalliſchen baskiſchen Accente, die mir, wenn ſie