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LXV. Orſola.
„Nachdem mein Bruder todt,“ fuhr Herr Gérard fort,„war ich das Haupt der Familie und der Verwal⸗ ter des Vermögens der Kinder des Verſtorbenen. An⸗ fangs fühlte ich mich ſehr in Verlegenheit: ich hatte nie mehr als zwölf bis fünfzehnhundert Franken Einkünfte gehabt, welche von einem kleinen väterlichen Erbgute herrührten; gingen beträchtliche Summen in Bankbillets durch meine Hände, ſo erfaßten mich unbekannte Schauer; ſah ich Goldſäcke auf einen Tiſch umgeſtürzt, ſo bekam ich den Schwindel! nur waren dieſe Empfindungen ganz körperlich und hatten nichts Verbrecheriſches. Ich hegte keine andere Wünſche, als die, welche in dem Kreiſe, wo ich gewöhnlich lebte, ſich erſchloſſen hatten.
„Herr Sarranti begann die Erziehnng der Kinder, gab mir einige Rathſchläge über die Verwendung und die Anlage der Einkünfte, und die erſten Tage verliefen in vollkommener Ruhe.
„Die zwei einzigen Frauen, welche im Hauſe wohn⸗ ten, waren Gertrud und Orſola; Gertrud, die, nach⸗ dem ſie mit zwanzig Jahren die Amme meiner Schwä⸗ gerin geweſen, und ſie in ihren Armen hatte ſterben fehen, mit fünf und vierzig die Gonvernante ihrer Kin⸗ der geworden war; Orſola, die ſich, wie Sie wiſſen, im Hauſe impatroniſirt und mit dem Titel Vertraute ge⸗ ſchmückt hatte. Ich habe Ihnen geſagt, mein Vater, welchen Eindruck des Widerwillens dieſe Frau auf mich hervorzubringen angefangen. Warum dies? Abgeſehen von dem Liede, das ich ſie an jenem Tage der Beerdi⸗


