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überlebte. In der That, gegen zwei Uhr Morgens ver⸗ langte er ſeine Kinder zum letzten Male zu ſehen. Ger⸗ trud, die mit uns wachte, holte ſie aus ihrem Bette und führte ſie ganz weinend herbei. Die armen Kleinen ver⸗ goßen Thränen, ohne ſich genan Rechenſchaft von ihrem Unglücke zu geben; ſie fühlten inſtinctartig, daß etwas Geheimnißvolles, Düſteres, Unendliches über ihnen ſchwebte: das war der Tod!
„Jacques ſegnete die zwei Kinder, die vor ſeinem Bette niederknieten; dann küßte er ſie und winkte Ger⸗ trud, ſie wegzuführen. Die Kinder wollten nicht gehen; ihre Thränen verwandelten ſich in Schluchzen, und ihr Schluchzen in Geſchrei, als man ſie nöthigte, das Zim⸗ mer zu verlaſſen. Das war eine Scene von tiefer Traurigkeit, von entſetzlicher Herzzerreißung, und ich habe ſehr bange, zu meiner Strafe dieſes Geſchrei die ganze Ewigkeit hindurch zu hören... und dann,“ fügte der Sterbende bei,„ein anderes Geſchrei, das noch viel mehr herzzerreißend...“
Der Kranke ſank zum zweiten Male zuſammen; der Prieſter befürchtete, wenn er das Elixir verſchwende, das ihm wieder Kräfte gegeben, ſeiner Wirkſamkeit zu ſcha⸗ den; er beſchränkte ſich alſo diesmal darauf, daß er ihn Salze einathmen ließ, und dieſes Reagens genügte in der That.
Herr Gérard öffnete wieder die Augen, ſtieß einen Seufzer aus, wiſchte den Schweiß ab, der von ſeiner Stirne floß, und fuhr fort:
„Eine Stunde nach dem Abgange der Kinder ver⸗ ſchied mein Bruder. Sein Tod war wenigſtens ſanft, und er ſtarb, wie er es gewünſcht hatte, in unſeren Armen in den Armen zweier ehrlichen Leute, mein Herr! denn bis zur Todesſtunde meines Bruders hatte ich mir, ich ſage nicht einmal keine ſchlechte Handlung, ſondern ſogar keinen ſchlechten Gedanken vorzuwerfen.. Am andern Tage oder vielmehr an demſelben Tage, am
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