Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„Ich bin der Sohn von Gaetano Sarranti, den Sie des Mordes und des Diebſtahls bezüchtigt haben, wäh⸗ rend er unſchuldig iſt, das ſchwöre ich!“

Der Sterbende, der ſich in ſeinem Bette aufgerichtet hatte, fiel wieder, mit dem Geſichte auf das Kopfliſſen, zurück und gab einen erſtickten Seufzer von ſich.

„Sie ſehen wohl,“ ſagte der Mönch,„es hieße Sie täuſchen, länger Ihre Beichte zu hören, da ich, ſtatt mit der Mildherzigkeit eines Prieſters zu hören, mit dem Haſſe eines Sohnes, deſſen Vater Sie verleumdet und entehrt haben, hören würde!“

Und ſeinen Stuhl heftig zurückſtoßend, machte der Dominicaner eine Bewegung gegen die Thüre.

Aber zum dritten Male fühlte er ſich an ſeiner Robe feſtgehalten.

„Nein, nein, nein! bleiben Sie im Gegentheile,“ rief der Sterbende mit der ganzen Gewalt ſeiner Stimme; „bleiben Sie! es iſt die Vorſehung, die Sie zu mir führt; bleiben Sie! es iſt Gott, der geſtattet, daß ich, bevor ich ſterbe, das Böſe, was ich gethan, wieder gut mache.“

„Sie wollen es!“ ſprach der Mönch;„nehmen Sie ſich in Acht! Das iſt mir gerade recht, und es hat mich eine übermenſchliche Anſtrengung gekoſtet, Ihnen zu er⸗ klären, wer ich bin, und nicht den Zufall, der mich zu Ihnen geführt, zu mißbrauchen.“

„Sagen Sie die Vorſehung, mein Bruder! ſagen Sie die Vorſehung!“ wiederholte der Sterbende.„Oh! ich würde Sie am Ende der Welt geſucht haben, hätte ich Sie dort zu finden gewußt, um Sie zu nöthigen, das Geſtändniß, das entſetzliche Geſtändniß zu hören, das ich Ihnen noch zu machen habe.“

„Sie wollen es?“ fragte zum zweiten Male Do⸗ minique.

„Ja,“ antwortete der Kranke,„ja, ich bitte darum, ich flehe Sie an! ja, ich will es!“