Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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mir einſt einen Dienſt geleiſtet, für den ich ihm bis zur Stunde meines Todes dankbar ſein werde

Der junge Mönch horchte mit wachſender Aufmerk⸗ ſamkeit auf die Erzählung des Sterbenden; ſeit einigen Angenblicken ſchien ihn dieſe Erzählung, durch einen un⸗ bekannten Punkt, perſönlich zu berühren.

Herr Gérard fuhr fort:

„„Angelegenheiten der ernſthafteſten, gewichtigſten Art, Intereſſen, welche die höchſten politiſchen Fragen dieſes Landes berühren,— Intereſſen und Angelegen⸗ heiten, die ich kenne, ohne daß es mir indeſſen erlanbt iſt, irgend Jemand, ſelbſt Dich, mein Bruder, damit be⸗ kannt zu machen,— haben ihn zweimal gezwungen, ſich aus Frankreich zu verbannen, und nöthigen ihn heute, da er hierher zurückkehrt, ſich beinahe verborgen zu hal⸗ ten. Geſtern kam er, um von mir eine Zuflucht gegen Verfolgungen des Haſſes und des Argwohns zu verlangen, — Verfolgungen, welche ihm übrigens nur zur Ehre ge⸗ reichen. Bruder, ich denke an dieſen Mann für die Er⸗ ziehung meiner Kinder.

Der Athem des Mönches wurde immer beklommener, und von Zeit zu Zeit wiſchte er mit ſeinem Taſchentuche ſeine Stirne ab. Man hätte glauben ſollen, er ſei einem inneren Kampfe, einer tiefen moraliſchen Aufregung preis⸗ gegeben; es war dies ſo, daß es der Sterbende bemerkte.

„Leiden Sie, mein Vater?“ fragte er, ſich unter⸗ brechend,„und haben Sie etwas nöthig? dann klingeln

Sie Marianne.“

Und mit leiſer Stimme fügte er bei:

„Ach! ich brauche noch lange, denn ich verzögere, ſo viel ich kann, das entſetzliche Geſtändniß Haben Sie Geduld, mein Vater, ich bitte Sie flehentlich!“

„Fahren Sie fort,“ ſprach der Prieſter.

„Wobei war ich?. Ich weiß es nicht mehr.“

„Ihr Bruder Jacques rühmte die Moralität und