Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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jene ſeltſamen Scheine glänzen, die man im Traume ſiecht, und mit deren Hülfe man vergebens ein in die Vergangenheit geſtürztes Ereigniß wieder aufzubauen ſucht.

„Man kam zu dem Hauſe durch eine lange Linden⸗ allee; hatte man das Vorzimmer und den Speiſeſaal durchſchritten, ſo befand man ſich, jenſeits, auf einer un⸗ geheuren Freitreppe, von der aus man ein wahrhaft feenartiges Gemälde vor den Angen hatte. Es war ein Park umgeben von hundertjährigen Eichen, welche ſich in einem ſchönen, tiefen Baſſin reflectirten, das bei Nacht ein großer ſilberner Spiegel zu ſein ſchien; die Ränder dieſes kleinen Sees waren bedeckt mit Binſen, Erlen und Schilfrohr; Nympheen breiteten ſich auf ſeiner Oberfläche aus, und die zehn bis zwölf Morgen, die ihm als Rah⸗ men dienten, waren bepflanzt mit Blumen von allen Arten, von allen Ländern, von allen Farben, von allen Wohlgerüchen: auf fünfhundert Schritte vom Schloſſe war die Luft mit Woblgerüchen erfüllt, wie es die At⸗ moſphäre auf zwei Meilen von der Stadt Graſſe iſt. Dieſe Wohnung war ſicherlich die eines großen Liebhabers der Natur; denn man ſah hier alle vegetabiliſche Wun⸗ der der Schöpfung vereinigt.. Oh! mein Gott!“ mur⸗ melte der Kranke,„wenn ich nun daran denke, ſcheint es mir, man hätte ſehr glücklich in einem ſolchen Paradieſe leben können.

„Ich beſichtigte das Haus: das Innere war würdig des Aeußeren. Es war, im Ganzen, ein altes Schloß meublirt von oben bis unten im modernen Geſchmacke, reich, elegant und zugleich comfortable.. Es wurde mir gezeigt von einer Frau, die im Dienſte des Mannes, dem es gehört, geweſen war. Da die Erben des Eigen⸗ thümers zahlreich, ſo ließ man das Schloß verkaufen, um alle Intereſſen auszugleichen.

„Die Frau, welche mir bei dieſer Beſichtigung als Führerin diente, hatte beim Verſtorbenen keine ſehr be⸗ ſtimmte Eigenſchaft: ſie betitelte ſich ſeine Vertraute,