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ſchöne Kinder; das ältere, der Knabe, blond, friſch und roſig, wie es ſeine Mutter geweſen; das Mädchen, braun, mit bleichem Teint, mit herrlichen Brauen, Wimpern und ſchwarzen Augen. Das Mädchen beſonders war reizend mit ſeinen von der Sonne Braſiliens wie die Weintrau⸗ ben unſeres Landes vergoldeten Wangen. Das Mädchen war vier Jahre alt und hieß Leonie; der kleine Knabe war ſechs und hieß Victor.
„Seltſame Erſcheinung, der ich mich zu dieſer Stunde erſt erinnere! Beide ſchienen erſchrocken bei meinem An⸗ blick und weigerten ſich, mich zu küſſen. Jacques mochte ihnen immerhin wiederholen:„„Es iſt ja mein Bruder! es iſt ja Euer Oheim!““ das Mädchen fing an zu weinen und der Knabe entfloh in den Garten. Der Va⸗ ter ſuchte ſie bei mir zu entſchuldigen. Armer Jacques! er betete ſeine Kinder an, oder vielmehr, ſeine Liebe für ſie ging bis zum Wahnſinne; er konnte ſie nicht anſchauen, ohne zu weinen, ſo ſehr erinnerten ſie ihn an ſeine Frau, der Knabe durch ſeine Züge, das Mädchen durch den Charakter. Eine Folge hievon war, daß ihm dieſe Kinder, trotz der ungeheuren Liebe, die er für ſie hatte, beinahe ebenſo viel Kummer als Frende verurſachten, und daß er, wenn er ſie zu lange anſchaute, mit erſtickter Stimme zu ihrer Gonvernante ſagte:„„Nimm ſie fort, Gertrud!““
„Ich hegte eine große Zärtlichkeit für meinen Bru⸗ der: ſein Zuſtand beunruhigte mich ernſtlich. Außer die⸗ ſem Schmerze, der ſeine Geſundheit völlig untergrub,— von dem ihn aber mit der Zeit die Liebe ſeiner Kinder und meine Sorgſamkeit hätten heilen können,— war er in einer gewiſſen Epoche des Jahres, gegen den Herbſt, einem Sumpffieber preisgegeben; dieſes hatte ihn auf einer Reiſe, die er nach Mexico gemacht, befallen; er hatte ſich nie davon befreien können, und ſeit ſeiner Rück⸗ kehr nach Frankreich ergriff es ihn mit neuer Stärke. Wir zogen die beſten Aerzte von Paris zu Rathe; ihre


