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„Mir ſchien,“ ſagte der Sterbende,„im Falle einer vollkommenen Zerknirſchung...“
„Ja, allerdings,“ antwortete der Prieſter mit einem offenbaren Widerwillen gegen die Fortſetzung dieſer thev⸗ logiſchen Erörterung;„allerdings, in Abweſenheit eines Dieners des Herrn, kann die vollkommene Zerknirſchung die Abſolution erſetzen.“
„So daß der Menſch, der die vollkommene Zer⸗ knirſchung hat...
Der Prieſter ſchaute den Sterbenden an,
„Der hat.. oder der zu haben glaubt?“
Herr Gérard ſchwieg.
„Welcher Sünder kann ſich rühmen, er habe die vollkommene Zerknirſchung?“ fragte der Dominicaner; welcher Schuldige kann verſichern, ſeine Reue ſei von Furcht, ſeine Gewiſſensbiſſe ſeien von Angſt frei? wel⸗
cher Sterbende kann ſagen:„„Wenn mir Gott die Tage,
die er mir zählt, die Stunden, die er mir nimmt, wie⸗ dergeben wollte, ſo würden dieſe Stunden, dieſe Tage dazu angewendet, um das Böſe, das ich gethan, wieder gut zu machen?““
„Ich! ich!“ rief der Sterbende,„ich kann das ſagen.“
„Dann bedürfen Sie meiner nicht,“ ſprach der Prieſter.
Und er ſtand zum zweiten Male auf.
Doch durch eine Bewegung ſo raſch wie der Ge⸗
danke hielt die abgezehrte Hand von Herrn Gérard die eh des Mönches feſt, während ſeine Stimme mur⸗ melte: „Rein, nein, bleiben Sie, mein Vater!.. Ich be⸗ lüge mich ſelbſt; es iſt nicht die Reue, es ſind nicht die Gewiſſensbiſſe, was mich zu ſprechen beſtimmtz es iſt die Angſt! und ich habe die Verzeihung der Menſchen nöthig, ehe ich der Gegenwart Gottes die Stirne biete! Bleiben Sie alſo, mein Vater, ich flehe Sie an!“


