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der edlen und männlichen Tugenden ſeines Herzens zu tragen glanbte, und er ſetzte ſich voll Entmuthigung an das Bett dieſes Menſchen und ließ ſeinen Kopf auf ſeine Bruſt fallen.
In dieſer Stellung ſchien er eutfernt nicht einer Seele mit weißen Flügeln die Hand zu reichen, ſondern vielmehr den Herrn zu bitten, er möge ihm die Kraft verleihen, die Beichte eines Böſen zu hören und Satan eine zum Voraus verdammte Seele ſtreitig zu machen.
Da übrigens der Sterbende, ſtatt mit ihm zu ſpre⸗ chen, ſich darauf beſchränkte, daß er ſeufzte und weinte, ſo war es Bruder Dominique, der zuerſt das Wort nahm.
„Sie haben nach mir verlangt?“ ſagte er zu Herru Gérard.
„Ja,“ antwortete dieſer.
„Ich höre Sie.“
Der Sterbende ſchaute den Prieſter mit einer Un⸗ ruhe an, welche aus ſeinen Angen, die man für erloſchen gehalten hätte, eine doppelte Flamme ſpringen machte.
„Sie ſind ſehr jung, mein Bruder!“ bemerkte er.
Der Prieſter ſtand, einer erſten Bewegung des Wi⸗ derwillens nachgebend, auf.
Doch der Sterbende ſtreckte raſch eine fleiſchloſe Hand aus ſeinem Bette hervor, hielt ihn an ſeinem Rocke zurück und verſetzte:
„Nein, bleiben Sie!.. Ich wollte ſagen, in Ihrem Alter haben Sie vielleicht nicht genug über die düſtere Seite des Lebens nachgeſonnen, um auf die Fragen zu antworten, die ich an Sie zu machen habe.“
„Was kann ich Ihnen ſagen?“ erwiederte der Prie⸗ ſter;„befragen Sie den Glanben, ſo werde ich mit dem Glauben antworten; befragen Sie den Geiſt, ſo werde ich mit dem Geiſte zu antworten ſuchen.“
Während eines Augenblicks der Stille, der nun ein⸗ trat, blieb der Prieſter ſtehen.


