Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Was beſonders darin herrſchte, das war,— hinter einer gewiſſen Grauſamkeit ſo gemein wie die des Thie⸗ res, von dem wir geſagt haben, Herr Gérard gleiche ihm,— eine erbärmliche Botmäßigkeit, eine ſonderbare Nachgiebigkeit gegen die Willensäußerungen eines Weſens, welches es auch ſein mochte, wenn dieſes Weſen ſich nur in phyſiſcher und moraliſcher Hinſicht überlegen offen⸗ barte: es war eine Art von natürlicher Dispoſition, ſich der Sklaverei zu unterziehen, unter welcher Form ſie ſich auch bot. Man fühlte, daß es genügte,— wenn nicht etwa ſeine thieriſchen und egoiſtiſchen Inſtincte im Spiele waren,— die Hand über der Stirne dieſes Menſchen auszuſtrecken, um ihn den Kopf beugen zu machen.

Er war gewiß nicht häßlicher als ein Anderer; doch ſeine Häßlichkeit war ihm eigenthümlich, ganz eigen, sui generis, wenn man ſo ſagen darf. Sie drückte in die⸗ ſem Augenblicke die Angſt auf die zurückſtoßendſte Weiſe aus.

Der Anblick eines Sterbenden iſt gewöhnlich aus mehr als einem Grunde rührend, und am goldenen Fa⸗ den des Gedankens führt er gerade zu Gott! Nun wohl, der Anblick dieſes Menſchen, obgleich man ihn im Todes⸗ kampfe begriffen, dem Grabe nahe ſah, erweckte, ſtatt Theilnahme zu erregen, nur einen unüberwindlichen Wi⸗ derwillen. War es ein Biedermann, wofür ihn die öffentliche Stimme erklärte, ſo mußte man an Allem verzweifeln, denn geſtattete Gott, daß die ehrlichen Leute eine ſolche Maske trügen, an welchem Merkmale ſollte man dann die Böſen erkennen?

Der ſchöne Prieſter war auch, wie geſagt, erſtaunt vor dieſem ſichtbaren Bilde der Gemeinheit, vor dieſem Typus der Niederträchtigkeit ſtehen ge⸗ blieben.

Bei dieſem Anblicke faltete ſich die Stirne von ihm, dem redlichen Manne, der auf ſeinem Antlitz den Reflex

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