Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Bruder Dominique trat hinzu, und ſein Blick tauchte voll Theilnahme, voll Ehrfurcht ſogar in die Tiefe des Alcovens.

Das Gefühl, das ihn für denjenigen ergriffen hatte, welcher ihn rufen ließ, war nach dem, was er von ihm gehört, ein Gefühl der Bewunderung gemiſcht mit Dankbarkeit. So jung Dominique war, ſo hatte er doch ſo viele ſchlechte Menſchen geſehen, daß er einem Manne dafür, daß er gut, dankbar war.

Auf dem durch das fieberhafte Wachen des Ster⸗ benden zerknitterten Kopfkiſſen erblickte er ſodann das abgemagerte, entfärbte, leichenartige Geſicht von demjeni⸗ gen, welchen die ganze Gegend einſtimmig den guten Herrn Gérard nannte.

Er bebte, ſo ſehr war dieſes Geſicht von dem ver⸗ ſchieden, was er zu ſehen erwartete.

Herr Gérard ſeinerſeits ſah Dominique mit ſeiner ſchönen und ſtrengen, Frankreich fremden Tracht wie eine Erſcheinung von Zurbaran oder Leſueur und grüßte ihn mit dem Kopfe nickend.

Dann ſagte er mit einer matten Stimme, indem er ſich an die Krankenwärterin wandte:

„Marianne.“

Marianne ſtand ſchläferig und ſchwerfällig auf, näh⸗ erte ſich mit jenem den Somnambulen eigenthümlichen ſchwankenden Gange und fragte:

„Wie befinden Sie ſich, lieber Herr?“

„Schlecht, ſehr ſchlecht, Marianne.“

„Brauchen Sie etwas?“

„Geben Sie mir zu trinken, Marianne, und laſſen Sie mich mit dieſem Herrn allein.“

Die Krankenwärterin reichte Herrn Gérard eine Taſſe Tiſane, welche durch ihre Stellung über einer Nachtlampe lau erhalten wurde. Herr Gérard trank einen Theil davon, fiel dann wieder, erſchöpft von der Anſtrengung, die er gemacht, auf das Kopfkiſſen und gab