Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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„„Mein lieber Rozan, Deine zwei Freunde leben wie Turteltauben, ohne ſich einen Augenblick zu verlaſ⸗ ſen; ſie lieben ſich nicht nur, ſondern, ich ſage mehr, ſie beten ſich an.

„„Ich glaube, Du würdeſt ſie durch Deine Rückkehr ſehr betrüben.

„„Zeige Dich groß wie Alexander, der Apelles ſeine Geliebte Kampaſpe abtrat.

„„Ich werde nicht ſagen: Dritt Colombau Deine Geliebte Carmelite ab; doch ich ſage: Trenne nicht zwei Herzen, die der Himmel für einander geſchaffen hat!““

„Das ſchreibt mir mein Landsmann, mein lieber Colombau.

„Hiebei iſt aber Eines, was ich ſchon wußte, mein Freund: daß Du Carmelite liebteſt; es iſt dann Eines⸗ was ich nun weiß: daß Carmelite Dich liebt; es iſt endlich ein Drittes, was Du mir geſagt haſt, und was ich glanbe: daß Du eher ſterben, als zum Verräther an dem Eide, den Du mir geſchworen, werden würdeſt, an dem Eide, über Carmelite wie über eine Schweſter zu wachen.

„Du ſollſt nicht ſterben, mein armer Freund, und darum gebe ich Dir Dein Wort zurück, wie das von Carmelite.

„Sei alſo glücklich, Colombau! und wenn Dir Dein Opfer drückend geweſen iſt, ſo empfange dafür den größ⸗ ten Lohn, den ich Dir bieten kann; denn in dem Au⸗ genblicke, wo ich mich für immer von ihr trennen ſoll, fühle ich die ganze Liebe, die ich noch für Carmelite hegte.

„Da es für mich Bedürfniß iſt, dieſe Liebe zu er⸗ ſticken und zwiſchen mein Herz und das ihrige eine un⸗ überſteigbare Schranke zu ſetzen, ſo habe ich mich auch geſtern Abend verheirathet, und ich ſchreibe Euch dieſen Morgen aus dem Hochzeitgemache.

„Gott befohlen alſo, mein theurer Colomban! Gott

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