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„Mein Herr,“ erwiederte ernſt der Mönch,„ich nehme dies an, obſchon ich nicht weiß, wann und wo ich Ihnen den Dienſt, von dem Sie reden, habe leiſten kön⸗ nen. Die Menſchen ſind Brüder und in dieſe Welt ge⸗ ſtellt, um ſich einander zu unterſtützen: bedarf ich Ihrer⸗ ſo werde ich zu Ihnen gehen. Ihr Name und Ihre Adreſſe?“
Salvator ging an den Schreibtiſch von Colombau, ſchrieb ſeinen Namen und ſeine Adreſſe auf ein Papier und reichte dieſes dem Mönche.
Der Dominicanuer legte das Papier zuſammengefaltet in ſein Gebetbuch, nahm wieder ſeinen Platz oben am Bette von Colombau ein und ſetzte ſeine Gebete fort.
Die zwei jungen Leute ergriffen nach einander den in Weihwaſſer getauchten Buchszweig und beſprengten damit das Tuch, das den Leichnam von Colombau be⸗ deckte; dann knieten Beide am Fuße des Bettes nieder und verrichteten im Geiſte ein inbrünſtiges Gebet.
Während ſie beteten, trat ein Mann bekleidet mit einer Livree ein, welche andeutete, daß er Diener in einem reichen bürgerlichen Hauſe war.
„Mein Herr, ſagte er zu dem Mönche,„ich glaube, Sie ſind derjenige, welchen ich ſuche.“
„Was wollen Sie vyn mir, mein Freund?“ fragte Dominique.
„Mein Gebieter ſtirbt, und da der Pfarrer von Van⸗ vres abweſend iſt, ſo läßt er Sie inſtändig bitten, zu kommen und ſeine Beichte zu hören.“
„Ei!“ erwiederte der Mönch,„ich bin der Gemeinde fremd; dieſer junge Mann, bei dem ich Gebete ſpreche, war mein Freund, und auf den Brief, den er mir ge⸗ ſchrieben, den ich aber leider zu ſpät empfangen habe, bin ich gekommen.“
„Mein Herr,“ verſetzte der Diener,„dieſe Eigen⸗ ſchaft eines Fremden iſt, glaube ich, gerade das, was meinen Herrn wünſchen läßt, daß Sie ihm beiſtehen
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