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ſtrenge Form an, welche die Hand des Todes den Leich⸗ namen gibt.
Ein ſchöner Dominicanermönch ſaß oben am Bette, ſein Buch offen auf ſeinem Schooße; er hatte aber den Kopf zurückgeworfen, und indeß er Todtengebete ſprach, entfielen ſtille Thränen ſeinen Angen.
Als er die zwei jungen Leute ſah, welche mit ent⸗ blößtem und geſenktem Haupte eintraten, ſtand der Mönch auf; ſein Blick richtete ſich abwechſelnd auf Jean Robert und auf Salvator; doch die zwei Geſichter waren ihm offenbar unbekannt.
Der Eindruck, den Salvator beim Anblicke des
Mönches empfand, war hievon ganz verſchieden: als er Dominique erblickte, blieb der junge Mann ſtehen und ließ beinahe einen Freudenſchrei, jedoch gemäßigt durch die Ehrfurcht, entſchlüpfen. Bei dieſem Schrei wandte ſich der Mönch um; doch ein neuer, von ihm auf Salvator geworfener Blick lehrte ihn nicht mehr, als der erſte, und abgeſehen von dieſer natürlichen Bewegung des Erſtaunens, blieb er unem⸗ pfindlich.
Salvator ging aber auf ihn zu und ſprach:
„Mein Vater, ohne es zu vermuthen, haben Sie das Leben dem Manne gerettet, der vor Ihnen ſteht; und dieſer Mann, der Sie nie geſehen, der Ihnen nie ſeitdem begegnet iſt, hat Ihnen eine tiefe Bankbarkeit geweiht. Ihre Hand, mein Vater!...
Der Mönch reichte ſeine Hand dem jungen Manne, der, ſo ſehr ſich auch Dominique anſtrengte, ſie zurückzu⸗ ziehen, dieſe Hand ehrerbietig küßte.
„Hören Sie mich nun an, mein Vater,“ ſprach Salvator.„Ich weiß nicht, ob Sie meiner eines Tags bedürfen werden; doch bei der heiligſten Sache, die je exiſtirt hat, beim Leibe des Ehrenmannes, der ſo eben den Geiſt aufgegeben, ſchwöre ich Ihnen: das Leben, das ich Ihnen verdanke, gehört Ihnen.“


