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liches, halb religiöſes Coſtume; eine Frau der Welt hätte in ihrem Anzuge nicht dieſe Strenge vorwalten laſſen; eine Nonne würde dieſen glänzenden, alle Farben des Regenbogens reflectirenden Gürtel nicht getragen haben. Das iſt, wie geſagt, die Tracht der Koſtſchülerinnen von Saint⸗Denis, wenn ſie in das eintreten, was man die Ausbildungsclaſſe nennt.
Jean Robert erkannte mit dem erſten Blicke Fragola, und er ſchaute Salvator an, um ſie ihm zu bezeichnen; doch dieſer hatte ſie ſchon geſehen und war ſogar von ihr geſehen worden: er legte ſeinen Finger auf ſeinen Mund, um Jean Robert Stillſchweigen zu empfehlen.
Plötzlich wichen die zwei Freunde erſchrocken zurück: es hatte ihnen geſchienen, der Körper mache eine Bewe⸗ gung, und ſie wußten nicht, daß Carmelite durch Ludovic gerettet worden war.
„Ah! ah!“ ſagte Herr Jackal mit der Gleichgültig⸗ keit der an ſolche Schauſpiele gewöhnten Leute,„ſie iſt alſo nicht todt?“
„Nein, mein Herr,“ antwortete die größte von den jungen Frauensperſonen, diejenige, welche durch den Wuchs nit ſogar durch die Schönheit den Anderen zu gebieten ſchien.
Jean Robert wandte ſich um: der Klang dieſer Stimme war ihm nicht unbekannt.
Er erkannte Fräulein Regina von Lamothe⸗Houdan. „Doch der junge Mann?“ fragte Herr Jackal. „Man hofft noch,“ antwortete Regina:„es iſt ein junger Arzt bei ihm, und ſo lange er ihn nicht aufge⸗ geben hat, wird nichts verloren ſein.“
In dieſem Augenblicke öffnete ſich die Thüre, und zum großen Erſtaunen von Jean Robert und Salvator trat Ludovic ein.
Er hatte ſeinen ganzen Faſchingsputz abgelegt und einen Mann zu Pferde abgeſchickt, um in ſeiner Wohnung einen vollſtändigen Anzug zu holen.


