Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Und ſein Kopf fiel leblos auf die Bruſt von Car⸗ melite, welche trotz des Brauſens ihrer Schläfe, des Klingens ihrer Ohren, den letzten Ruf ihres Geliebten gehört hatte, und, da ſie dieſen vielgeliebten Kopf ſich ſchwer auf ihre Bruſt niederſenken fühlte, ſchauerte und einen ſchwachen Schrei ausſtieß.

Es iſt eine von der Mediein notoriſch anerkannte Thatſache, welche auch alle Statiſtiken beweiſen, ohne daß indeſſen die Wiſſenſchaft den Grund davon angeben kann: bei dem Selbſtmorde eines Mannes und eines Weibes iſt es in der Regel der Mann, der zuerſt un⸗ terliegt.

Wir beſtätigen das Factum vor unſern Leſern; er⸗ kläre es, wer kann.

Colombau unterlag alſo zuerſt.

Carmelite, als ſie begriff, ihr Geliebter habe den letzten Seufzer ausgehaucht, öffnete die Augen wieder, ſchien einen Moment ihre Kräfte wieder zu erlangen und fand Stimme genug, um noch mit allen Saiten ihres Herzens zu rufen:

„Colombau! Colombau!“

Dann zog ſie an ihre Lippen die Stirne des jungen Mannes, raffte Alles zuſammen, was ihr an Leben blieb, küßte ihn zum letzten Male und ſprach:

„Hier bin ich! hier bin ich!“

Und ihr Kopf fiel zu dem ihres Geliebten.

Es ſchlug eben ein Uhr.

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