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Die athembare Luft des Zimmers belud ſich nach und nach mit Kohlenſäure; die Kerze war nur noch eine bleiche Flamme, ein verwiſchter Schein.
Die Flamme des Rechaud tanzte wie ein Irrlicht, ſich in den erſchwerten Blicken der zwei jungen Leute mit allen Farben des Prisma nuancirend.
Große Schweißtropfen fielen in Perlen auf den Körper von Carmelite; veilchenblaue Tinten liefen über ihr Geſicht hin.
Colombau machte eine äußerſte Anſtrengung, nahm ſie in ſeine Arme und trug ſie, ſchwankend wie ein Trun⸗ kener, haſtig auf das Bett, fiel an ſeinem Fuße nieder, ſtand wieder auf, und ſich anklammernd vermochte er wieder ſeinen Platz bei ihr einzunehmen.
Ihre letzten Kräfte im Dienſte der Schamhaftigkeit verwendend, ſchlug Carmelite während dieſer Zeit den Untertheil ihres Kleides nieder, das, ſich aufhebend, den Kuöchel ihres Fußes ſehen ließ.
Als ſie dies gethan hatte, fühlte ſie den Arm von Colombau, der ſie an ſich zog.
„Ja, mein Bräutigam,“ murmelte ſie,„hier bin ich.“
Und die zwei jungen Leute fanden ſich zum erſten Male die Hände in den Händen, die Haare in den Haaren, die Lippen auf den Lippen.
Da erſt wechſelten ſie ihren erſten Liebeskuß.
Man hätte glauben ſollen, die Scham und die Keuſch⸗ heit, dieſe zwei göttlichen Schweſtern, umarmen ſich un⸗ ter dem Blicke der Jungfräulichkeit, ihrer Mutter.
Colombau verloͤr ſeine Kräfte zuerſt.
Er unterbrach ſich mitten in einem Kuſſe; ein eis⸗ kalter Schweiß überlief ſeinen ganzen Körper; er ver⸗
ſuchte es, ſich aufs Neue am Halſe von Carmelite anzu⸗ klammern; doch ſeine Kehle war durch eine eiſerne Hand zuſammengeſchnürt; ſeine Zunge war träge, und er ver⸗ mochte kaum die letzten Worte zu murmeln:
„Komm komm„komm!“


