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welche die zwei jungen Leute dem Geräuſche der entflie⸗ genden Stunde ſchenkten.
In der That, was lag ihnen am Gange der Zeit, ihnen, welche ſchon einen Fuß in der Ewigkeit hatten!
Wer in dieſes Zimmer eingetreten wäre und die zwei jungen Leute, fo kenſch einander umſchlingend und ihre ſüßeſten Blicke, ihre leiſe ausgeſprochenen Namen aus⸗ tauſchend geſehen hätte, würde ſie für zwei Verlobte, die von Liebe plauderten und tauſend Pläne für die Zukunft bildeten, gehalten haben.
Und die Seele des Mädchens antwortete, während der Leib keuſch mit ſeinen glühenden Lippen die Stirne des jungen Mannes küßte:
„Der Segen Deiner Mutter ſenke ſich auf Dein Haupt herab, o Colombau! nie wird ein reinerer Kuß über einer makelloſeren Stirne geſchwebt haben! Ich auch, o meine Liebe, o mein Leben, o mein Tod! ich habe auch nicht eine Stunde zugebracht, ohne an Dich zu denken; denn ich habe Dich geliebt ſeit dem Tage, wo ich Dich kennen lernte, und wäre ich nicht von einem ſchlimmen Hauche geblendet worden,— ich hätte Dir gern alle Glückſeligkeit geben mögen, die der Menſch auf Er⸗ den träumen kann! Doch dieſe irdiſche Liebe hätte ohne Zweifel nicht genügt, um unſere glühenden Zärtlichkeiten zu ſättigen; für eine göttliche Liebe bedarf es himmliſcher Hochzeitfeſte; und darum werfen wir unſere irdiſchen Hüllen ab, damit unſere Seelen, von der Laſt ihrer Leiber befreit, ſich in den reinen Regionen verbinden können Vor Gott, zu dem wir, uns an der Hand haltend, aufzuſteigen im Begriffe ſind, ſchwöre ich Dir, o Colombau, daß ich Dich durch den Raum, durch die unbekannten Welten lieben werde! Sollte ich, über die Schwelle dieſer Welt ſchreitend, mit Dir in den bren⸗ nenden Ofen, den die katholiſche Religion ihren Ver⸗ dammten verheißt, getaucht werden,— der ewige Schmerz wird mir mit Dir ſüßer ſein, als alle Glückſeligkeiten
Die Mohicaner von Paris. MI. 3


