Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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zärtlich und ſprach zu mir:„„Du wirſt eine andere Frau als mich auf dieſer Welt finden, eine Frau, die Dich zärtlicher umarmen wird als ich; geſegnet ſei die Frau, welche die reine Stirne meines Sohnes küſſen wird!““ Nun wohl, dieſes theure, anbetungswürdige, angebetete Weſen, dieſe erſte Frau, die ich geliebt, meine Mutter, ich habe ſie um Deinetwillen vergeſſen, oder vielmehr, ich liebe Dich mit derſelben frommen Liebe, o meine Freundin, o meine Schweſter! Carmelite, Carmelite!...

„Wie ſchön biſt Du, mein Geliebter!“ flüſterte ſie; „wie ſchön biſt Du!“

In der That, nie vielleicht war das ſchöne, edle Geſicht des Bretagners edler und ſchöner geweſen, als beim Scheine dieſer Flamme, welche zugleich die Heiter⸗ keit des Entſchluſſes gemiſcht mit der ſanften Melancholie des Beklagens erleuchtete.

Die Kohle brauchte ungefähr eine Viertelſtunde, um ſich zu entzünden; ſodaun, als die zu dichten Dämpfe davon entwichen waren, ſchloß Colombau das Fenſter des Cabinets wieder und brachte, beſchienen von dem röthlichen Reflexe, den Rechaud mitten ins Zimmer.

Wonach er zurückkehrte, um die Thüre des Cabinets zu ſchließen.

Carmelite ſtand auf, und während das Klavier einen Seufzer von ſich gab, der diesmal gewiß der letzte war, ging ſie dem jungen Manne entgegen.

Colombau war bleich und faſt wankend: er hatte die erſten Dämpfe abſorbirt, mit denen er Carmelite hatte verſchonen wollen.

Beide ſetzten ſich mit verſchlungenen Armen auf das Canavé: hier hatten ſie zu ſterben beſchloſſen.

Sie waren hier ſeit einigen Minuten, Auge in Auge, ihren letzten Blick beim Scheine der auf dem Kamine ſtehenden Lampe verſchlingend, als es Mitternacht ſchlug.

Ein leichter Schaner war die einzige Aufmerkſamkeit,