Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Deine Blicke; die Andern Dein Lächeln; Alle ſangen mit Deiner Stimme; und ihr Geſang ſagte:„Komm mit uns, mein Bruder! der Menſch iſt nicht gemacht für ein einſames, ödes Leben; liebſt Du, Sohn der wilden Ufer, das Geräuſch des Oceans der Menſchen nicht, ſo kennen wir abgelegene Winkel, anbetungsn ürdige Oaſen, wo die Bäche ewig murmeln, wo die Vögel die ganze Nacht ſingen!““ Oh! wie oft, meine vieigeliebte Car⸗ melite, bin ich plötzlich aufgewacht bei dieſer Stimme, die ich für die Deinige hielt, und ich ſtreckte die Hände aus und glaubte Dich anzufaſſen; da erſchienen aber an dem Platze ſtehend, wo ich Dich geſehen, die Geſpenſter meines Gewiſſens, die mich feſthielten und vernichtet, keuchend, gebrochen auf mein fieberhaftes Bett zurück⸗ warfen... Brauche ich Dir zu ſagen, was meine Nächte beunruhigte? weiß ich nicht, was die Deinen beun⸗ ruhigte? O meine Geliebte! ich liebe Dich mit allen Mächten meines Seins, und ich exiſtire nur, ſeitdem ich Dich geliebt habe! Was iſt die Wiſſenſchaft? was iſt der Ruf? was iſt der Ruhm gegen die Liebe, die ich für Dich hege? Hat mich die Wiſſenſchaft leben gemacht? hatten der Ruf und der Ruhm einen Schlag meinem Pulſe, ein Klopfen meinem Herzen beigefügt? Nein, ich habe wirklich nur von der Stunde an gelebt, wo ich wußte, daß ich ſterben ſollte... O meine vielgeliebte Carmelite, ich möchte mir gern die Bruſt öffnen, um Dir mein Herz bloß zu zeigen: die Worte drücken die Leidenſchaften, oder vielmehr die Leidenſchaft, die in mir kocht, ſchlecht aus. Ich habe nur eine einzige Frau vor Dir auf dieſer Welt geliebt; ſie hatte Deine Schönheit, Deine Anmuth, Deine Stärke; ſie hielt mich umfangen, wie Du mich hältſt; ich ſchlang beide Arme um ihren Hals, ich küßte ihr die Augen, um die Thränen zu ver⸗ hindern, hervorzukommen, und ich ſagte ihr:„„Stirb nicht! ſtirb nicht!““ denn ſie war, wie wir, an den Pforten des Todes; und ſie ihrerſeits umarmte mich