Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Delirium beim Todeskampfe thut, unterbrochene Worte ohne Folge von ſich gab.

Carmelite verlor Colombau, wie ſie es ihm geſagt hatte, nicht aus dem Blicke.

Während ihre ſchauernden Finger über das Elfen⸗ bein und das Ebenholz hinirrten, während ihr zerſtreuter Fuß inſtinctartig das Pedal ſuchte und drückte, betrach⸗ tete ihr auf Colombau geheftetes Auge die Scheine der Flamme, welche mit einem röthlichen Reflexe die Stirne des jungen Mannes, der auf dem Boden kniete und das tödtliche Feuer anblies, beleuchteten.

Nichts deutete auf ihrem Geſichte auch nur die ſchwächſte Gemüthsbewegung an.

Sie hatten die Stärke und die Ruhe der den Dingen dieſer Welt fremden Leute; ſie gehörten nicht mehr der Erde an; der Donner konnte rollen, das Haus konnte einſtürzen; ſie wären unempfindlich geblieben.

Ihre Leiber waren ſchon todt, und ihre Seelen allein wechſelten noch Worte unter ſich.

Die Seele von Colombau, die ſich wie eine Blume unter dem Hauche des Mädchens öffnete, ſprach:

„O mein Leben! o meine Liebe! ich habe die Freu⸗ den ohne Beimiſchung, die Du mir zu dieſer Stunde gibſt, nicht verdient! Ich geſtehe meine Schwäche in dieſem äußerſten Augenblick. Carmelite, meine vielge⸗ liebte Carmelite! ich habe nicht einen Tag, nicht eine Minute, nicht eine Secunde zugebracht, ohne an Dich zu denken. Du fragteſt mich vorhin, Engel der roſigen Träume, was meinen Schlaf bewegt habe: es war Dein holdes Fantom, das ſich auf mein Kopfkiſſen ſtützte und ſich gegen mich neigend mir die Stirne mit dem Ende ſeiner Haare liebkoſte; andere Male war es der anmu⸗ thige Zug der jungen Mädchen, deren Geſicht ich auf den Gemälden, in den Gebetbüchern, in den Handſchriften der vergangenen Jahrhunderte geſehen hatte: alle dieſe Mädchen, das warſt Du! immer Du! die Einen hatten