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„Elf Uhr!“ ſagten Beide.
Carmelite fügte bei:
„Freund, es iſt Zeit.“
Colombau ſtand auf, zündete zwei Kerzen an, ließ eine davon Carmelite und ging mit der andern in das Ca⸗ binet, wo die Kohle lag.
„Wohin gehſt Du?“ fragte Carmelite.
„Du ſollſt wohl ſterben,“ erwiederte Colombau,„doch ich will nicht, daß Du leideſt.“
Carmelite begriff, daß es ſich um eine Fürſorge handelte, und ließ Colombau machen.
Als er aber die Thüre wieder ſchließen wollte, ſagte ſie:
„Nein, mein Freund; entfernen Sie ſich von mir, doch ich will Sie immer ſehen.“
Colombau ließ die Thüre offen.
Seine Abſicht war, zum Voraus den Rechand im anſtoßenden Cabinet anzuzünden, ſo daß die erſten gro⸗ ben Dämpfe der Kohle entſtrömen könnten, und daß ſich nchts mehr davon losmache, als die feinen Miasmen, welche bis zum Gehirn dringen und den Tod ohne Schmerz geben.
So viel Maßregeln Carmelite genommen hatte, um Thüren und Fenſter zu verſtopfen, eben ſo ſehr war Co⸗ lombau beſorgt, Alles zu öffnen, damit die äußere Luft die erſten Kohlenausſtrömungen entführe.
Carmelite ſchaute ihm mit einem unbeſchreiblichen Lächeln zu.
Die Hände des Mädchens waren auf eine natürliche Weiſe zum Klaviere zurückgekehrt, wie noch junge Vögel zu ihrem Neſte zurückkehren.
Sie ſchweiften unbeſtimmt, aber harmoniſch auf den Taſten umher; das Inſtrument, welches ein Stöhnen hatte hören liſſen, das man für einen letzten Seufzer gehalten, ſchien wieder zu erwachen und gegen den Tod zu kämpfen, indem es, wie es der Sterbende im letzten


