Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Colombau und ſie ſollten ganz allein im Hauſe ſein, und der Gedanke dieſer Einſamkeit war es, was das Mädchen lächeln machle.

Die Gärtnerin entfernte ſich, und gegen vier Uhr Abends dachten die jungen Leute, da ſie ſich allein fühl⸗ ten, nur noch an die Vorbereitungen zu ihrem Tode.

Von dieſem Augenblicke an verſchwand die Welt für ſie; ſie gingen wohl noch einige Minnten unter den ſchwarzen, ihrer Blätter beraubten Bäumen im Garten umher, doch ſie gingen wie die Schatten von ſich ſelbſt.

Die Blätter und die dürren Zweige, die ſie mit den Füßen traten, dieſe Bäume mit den entfleiſchten Armen, dieſer graue Himmel, den die Sonne vergebens zu durch⸗ dringen ſuchte, die Glocke des Weilers, welche melancho⸗ liſch die Stunden ſchlug, der monotone Lärm der Fa⸗ ſchingstrompete, die von Zeit zu Zeit traurig in der Ferne ertönte, Alles, Geränſch und Stille, Einſamkeit und Erinnerung an die Welt, Alles bereitete ſie zur langen Ruhe vor, Alles lud ſie zum Tode ein.

Sie gingen wieder ins Haus hinauf, und außer dem Zimmer von Camille, das ſeit ſeiner Abreiſe ge⸗ ſchloſſen geblieben war, beſuchten ſie alle Räume, um einen letzten Abſchied von ihnen zu nehmen.

Als ſie in das Zimmer von Carmelite kamen, öff⸗ nete dieſe das Fenſter, nahm Colombau beim Arme und ſagte zu ihm:

„Ich war an dieſem Platze am Tage der Abreiſe von Camille; erſt von dieſem Tage an begriff ich den Umfang des Haſſes, den ich gegen ihn hatte, durch die Größe der Liebe, die ich für Sie hegte; von dieſem Tage an, Colombau, habe ich mit dem Leben gebrochen und mit dem Tode einen Vertrag geſchloſſen. Doch von die⸗ ſem Augenblicke an,— verzeihen Sie mir, Colombau!— iſt mir auch der ſelbſtſüchtige Wunſch gekommen, mit Ihnen zu ſterben!“