Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

unherſtört, die Bücher, die Papiere, die Gegenſtände, die er berührt hat, küßt; ſaget Euch, ich habe am Abend auch die Blätter der Baumgänge geküßt, durch die er am Morgen gekommen.

„Gott befohlen, meine Schweſtern!

„Die Thränen treten mir in die Augen bei dem Gedauken, daß ich Euch verlaſſen ſoll; doch das Lächeln kommt mir auf die Lippen bei dem Gedanken, daß ich ihm folgen werde.

„Seid glücklich!

„Ihr verdient Alle das Glück, das Eure Kindheit Euch derſprach. Ich weiß nicht, warum Ihr mich ſo innig geliebt habt: ich war nicht würdig, Eine der Eurigen zu ſein.

„Ihr ſeid heiter und ſorglos: ich war ernſt und nachdenkend; Ihr ſuchtet mich auf dem einſamen Fuß⸗ pfade auf, wo ich ſpazieren ging, und Ihr zoget mich an der Hand zum Geräuſche und zu den Spielen fort; doch ich verunſtaltete Euer reizendes Trio, denn Ihr er⸗ innert Euch, daß die Frau Obervorſteherin, als ſie Euch eines Tags mit verſchlungenen Armen ſah, Euch die drei Grazien naunte, worauf der Abbé ſtreng entgegnete: Madame, Sie müßten eher ſagen: die drei Tugenden.““

„Und das war die Wahrheit. „Regina war der Glaube; Lydia war die Hoffnung; Fragola war die Liebe.

„Gott befohlen, mein Glaube! Gott befohlen, meine Hoffnung! Gott befohlen, meine Liebe! Gott befohlen, meine Schweſtern!

„Meine Abweſenheit diene dazu, daß Ihr Euch einander noch enger anſchließt; liebet Euch noch mehr, wenn es möglich iſt: nur die Liebe iſt gut auf dieſer Welt! ſuchet von der Liebe zu leben, die mich ſterben macht: ich vermöchte Euch keine überſchwänklichere Glück⸗ ſeligkeit zu wünſchen.

„Ich vermache Euch mein einziges Gut auf Erden,

me er

der ben ent