Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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20 An Regina, an Lydia, an Fragola.

„Gott befohlen, meine Schweſtern!

„Wir hatten uns in Saint⸗Denis geſchworen, wie verſchieden auch unſere Lage in der Welt ſein möchte, unſer ganzes Leben hindurch, wie dies unſere Gewohn⸗ heit in der Penſion war, uus zu lieben, uns zu ver⸗ theidigen und uns zu dienen; es war verabredet, daß im Falle einer Gefahr Jede auf den Ruf der Andern kommen ſollte, an welchem Orte und in welcher Entfer⸗

nung ſie ſich auch fände. „Nun wohl, ich halte meinen Schwur; ich rufe Euch; haoltet den Euren: kommt!

„Kommt und küßt zum letzten Male die eiskalte Stirue von derjenigen, die hienieden Eure Freundin war! Kommt! mein letzter Seufter wird zu Euch flie⸗ gen und Euch ſagen:„Ich erwarte Euch!“

„Indem ich dieſe Welt verlaſſe, bin ich Euch in⸗ deſſen ein Bekeuntniß über dieſe plötzliche Abreiſe ſchuldig. „Meine Schweſteru, ich wäre Eurer unwürdig, wenn ich, meine Uebel für heilbar haltend, Euch nicht gerufen hätte, um ſie zu heilen; aber, ach! die Wunde war tödt⸗ lich, und Eure dreifache Zärtlichkeit hätte unr die Blu⸗ men unſerer Freundſchaſt darauf werfen können. „Beklaget aber nicht, daß ich vom Leben ſcheide, o meine Schweſtern! und beneidet vielmehr meinen Tod;

denn ich ſterbe, wie zücken, mit Glück!

„Ich liebe!— und wenn Ihr je geliebt habt, ſo werdet Ihr den Siun dieſes Portes begreifen. Liebt Ihr heute noch nicht, ſo werdet Ihr ihn morgen begrei⸗ fen.— Ich liebe den Mann meiner Wahl, meines Ge⸗ ſchmacks, meiner Träume; ich habe in einem menſchlichen Geſchöpfe alle Reichthümer der Schönheit, der Güte, der

Tugend vereinigt gefunden, mit denen Jede von uns

den Holden ſchmückt, den ſie heirathen ſollte!

Andere leben, mit Frende, mit Ent⸗

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