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darin liegt das ganze Geheimniß vom Ungehorſam des Menſchen und vom Gehorſam der Thiere.
„Und ſogar, ſagen Sie, mein Bruder, heißt es ſich gegen Gott empören, eigenwillig zu ihm vorwärts zu gehen? wäre die wahre Empörung von meiner Seite nicht, zu leben, um das Leben und vielleicht denjenigen, welcher es mir gegeben, zu verfluchen? Nein, indem ich auf das Licht des Tages verzichte, komme ich nur den Beſchlüſſen der Natur zuvor: das Daſein und der Tod ſind zwei von ihren Geſetzen; ein einziger Weg führt zum Leben; tauſend ſind gegen das Grab geöffnet und treiben uns zur Ewigkeit hin. O mein Gott! ich weiß, ich kann Dich nicht meines Unglückes beſchuldigen; doch ich klage meine Leidenſchaften an, welche von Dir her⸗ tommen, da ich ſie mit dem Leben an dem Tage em⸗ pfangen habe, wo meine Seele Deinen Händen entſchlüpft iſt, um auf die Erde hinabzuſteigen und das Kind zu beleben, das ſo eben geboren worden; ſie hätten mich nicht niederſchlagen können, würdeſt Du ihnen nicht die Macht dazu gegeben haben; indem ich mich alſo unter ihren Händen beuge, beuge ich mich unter Deiner Rech⸗ ten! Du haſt überdies die Dauer des Alters der Men⸗ ſchen nicht beſtimmt, alle ſollen geboren werden, leben und ſterben: das ſind Deine Geſetze; was liegt Dir an der Zeit und der Art?
„Mein Tod, v Natur! ewig Verzehrende und Frucht⸗ bare! wird dir nichts von dem entziehen, was du mir gegeben haſt: mein Leib, dieſer unendlich kleine Theil des großen Ganzen, wird ſich immer mit dir unter einer andern Form wiedervereinigen; meine Seele wird ent⸗ weder mit mir ſterben und ſich in der ungeheuren Maſſe der Dinge modificiren, oder ſie wird unſterblich ſein, und ihre göttliche Weſenheit wird in dieſem Falle unverſehrt bleiben. Lange Zeit dem Glauben unterthan, läßt ſich meine Vernunft nicht mehr durch Sophismen verfübren; ich höre die Stimme Gottes ſelbſt, die mir ſagt:„„Menſch⸗
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