Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

i

e⸗ m is ls r⸗ er en en

ſe

ei⸗ der und

Ba⸗ der nde rem

ei⸗ le⸗

ſeu⸗ um⸗ iten and ker⸗

bei⸗ teine be.

15

Auf beiden Knieen, mit gefalteten Händen, mit ge⸗ brochenem Herzen flehe ich Sie an, mein verehrter Va⸗ ter! verzeiben Sie mir den Kummer, den ich Ihnen ver⸗ urſache, indem Sie bedenken, Sie, der Sie mich lieben, es ſei für mich ein ſo großes Unglück geweſen, zu leben, daß es ein großes Glück iſt, zu ſterben!

Ihr undankbarer Sohn Colombau von Peuhosl.

Einige Thränen, ſo groß wie Regentropfen eines Sturmes, befleckten die letzte Seite dieſes Briefes, der mit einer ſchwachen Hand und mit der großen Schrift geſchrieben wax, welche beinahe immer die der ritterlichen Racen iſt.

Dann ſchrieb Colombau ſogleich, ohne dieſen Brief zu verſiegeln, den er nur mit der Hand auf die Seite ſchob, einen zweiten an Dominique Sarranti.

Er war alſo abgefaßt:

Mein Bruder,

Ich bin im Bigriffe, zu ſterben! An Sie wende ich mich als Freund, an Sie wende ich mich als Prieſter.

Ich bedarf zugleich des Prieſters und des Freundes.

Zum Prieſter werde ich ſagen:

Mein Bruder, ſprechen Sie nicht über meinem Leibe die grauſame Blasphemie aus, derjenige, wel⸗ cher ſterben wolle, liebe Niemand; ich ſterbe im Gegentheile, weil ich zu ſehr geliebt habe.

Ich habe vor den Angen ein Buch, wo der Selbſtmord verflucht wird; es iſt darin geſagt, unter den Thieren ſei keines, das ſich ſeine eigenen Eingeweide zerreiße und ſich freiwillig des Lebens beraube.

Ja, allerdings, ja, die Thiere gehorchen blindlings dem Schöpfer; der Menſch allein empört ſich gegen ihn; doch Gott hat dem Thiere nur den Inſtinct gegeben, und er hat dem Menſchen die Leidenſchaften gegeben: