alſo nicht, daß ich ohne Sie, ohne Ihre Gegenwart, ohne Ihre Liebe ſchon todt oder in irgend einem Kloſter lebendig begraben wäre? Ah! ich hatte den Plan hiezu am Tage der Abreiſe von Camille gefaßt, indem ich dem Winde und dem Kothe die Blüthen unſeres armen Roſen⸗ ſtockes zuwarf, und Dank ſei es Ihrer Gegenwart, ſei es der Liebe für das Leben, die Sie mir wiedergegeben, daß ich auf dieſes Vorhaben verzichtet habe.. Und ich ſoll vergeſſen, daß Sie es ſind, Colombau, der mich
gerettet hat? „Oh! darum, Carmelite, wollen Sie mich mit Ihnen
ins Verderben ſtürzen?“
„Heißt es, ſich ins Verderben ſtürzen, heißt es lei⸗ den, heißt es ſterben, mit einander ſterben, leiden, ſich ins Verderben ſtürzen?“
„Carmelite, um des Himmels willen!“
„Colombau, bedenken Sie doch, daß ich Sie in dieſer Welt nur vergeſſen werde, um in der andern an Sie zu denken!“
„Was dann thun? was thun?“
„Ah! Sie werden endlich vernünftig!“ verſetzte Carmelite mit einem ſcharfen Gelächter, bei dem ein Schauer die Adern von Colombau durchlief.„Was thun? Das iſt es! Oh! ich habe ſeit langer Zeit an das gedacht, was uns zu thun bleibe.“
„Nun ſo ſprechen Sie! ſprechen Sie!“ rief Colom⸗ van, der immer noch auf den Knieen lag und ſeinen Kopf zwiſchen ſeine Hände nahm, als hätte er wahn⸗
ſinnig zu werden befürchtet.
„Es laſſen ſich nur zwei Entſchlüſſe faſſen, Co⸗ lombau.“
„Welche?“
„Dieſes Haus verlaſſen, fliehen⸗ in der Fremde, am Ende der Welt, in einer Einöde Indiens, auf einer Inſel Oceaniens,— vergeſſend, vergeſſen,— leben.“
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